Wie soll ich dich empfangen (EG 11)

Choralvortrag: Wie soll ich dich empfangen · Bach-Chor Siegen · Die Schönsten Choräle Von Paul Gerhardt ℗ 2006 Gerth Medien Musikverlag, Asslar

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1) Wie soll ich dich empfangen,
und wie begegn’ ich dir,
O aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.

2) Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn:
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut ich kann und weiß.

3) Was hast du unterlassen
zu meiner Trost und Freud’,
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried’ und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.

4) Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht läßt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.

5) Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt,
als dein geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund aus kann sagen,
so fest umfangen hast.

6) Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
Seid unverzagt! Ihr habet
die Hilfe vor der Tür:
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.

7) Ihr dürft euch nicht bemühen,
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewusst.

8) Auch dürft ihr nicht erschrecken
vor eurer Sünden Schuld;
nein, Jesus will sie decken
mit seiner Lieb und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
zum Trost und wahrem Heil,
schafft, daß bei Gottes Kindern
verbleib ihr Erb und Teil.

9) Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem alle Macht und List
der Feinde viel zu wenig
zum Widerstande ist.

10) Er kommt zum Weltgerichte,
zum Fluch dem, der ihm flucht;
mit Gnad’ und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne.
und hol’ uns allzumal
zum ew’gen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal!

Liedtext: 1653, Paul Gerhardt (1607-1676)
Melodie: 1613 (1614), Melchior Teschner (1584-1635) Valet will ich dir geben;
1653, Johann Crüger

Links und Verweise:

Eingesungen: Liedvortrag, mp3, von Kantor Arnd Pohlmann (externer Link)

Liedvortrag (Video), Stuttgarter Kantorei (externer Link zu Lieder vom Glauben)

Liedeintrag bei Christliche Liederdatenbank

Liedeintrag bei Christliche Lieder und Gedichte

Liedeintrag bei Hymnary.org

Notensatz, 4stimmig, mit englischem Text (Winkworth/Crüger, als pdf, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles der Melodie (Crüger, midi / mp3, externer Link zu Hymnary.org)

Notensatz, 4stimmig, mit deutschem Text, Lied Nr. 50 aus Jugendharfe (Melchior Teschner, als Bildfile, externer Link zu Hymnary.org)

Lied Nr. 131: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe, S. 143 (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1912)