Matthäus 25, 13

„Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.“ (Matth. 25, 13 LUT)

In der gegenwärtigen Entscheidungs- und Sichtungsstunde hat nur die Braut des Lammes die Verheißung der Bewahrung aus der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird (Offb. 3, 10). Sie folgt dem Lamme nach, wo es hingeht (Offenbarung 14, 4). Unser Herr Jesus Christus überwand einst im Wachen und Beten die listigen Versuchungen des Widersachers in der Wüste. Der Herr verweigerte, als ihm Satan alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit zeigte, das Ansinnen der Anbetung und erwählte, um das Reich zu erlangen, den Weg der Niedrigkeit über das Kreuz (Matthäus 4, 8-10).

In den gleichen Versuchungen steht sein Volk in diesen letzten Tagen der Endzeit. Der erhöhte Herr Jesus Christus mahnt: „Darum wachet“ – „Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!“ und:

„Sehet zu, daß euch niemand verführe!“ (Matthäus 24, 4)

Ist aus einer scheinchristlich-religiösen Menge ein „Babylon“ geworden, nämlich die Königin von Offenbarung 18, 7, so erreichte sie das nur durch die Anbetung des Drachen. Doch dadurch ist sie auch

„eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gewahrsam jedes unreinen Geistes und ein Gewahrsam jedes unreinen und gehaßten Vogels“ (Offb. 18, 2)

Bereits Philipp Jacob Spener, einer der pietistischen Väter, sagte:

„Ich bin gewiß versichert, daß, ehe das schreckliche Gericht über das römische Babel ausbricht, dieses vorher zur höchsten Macht aufsteigen wird und, wie ich sorge, alles oder doch das meiste von demjenigen, was vor fast 200 Jahren sein Joch von sich geworfen, wieder also unter sich bringen wird, daß es sich vor niemand fürchten und mit seiner Grausamkeit nach erfülltem Sündenmaß eben jenes Gericht über sich bringen wird.

„Weib, Hure, Braut, das sind die drei verschiedenen Seiten, welche die Kirche an sich hat, und weloche die evangelische Betrachtungsweise auch immer richtig unterschieden hat. Denn das Weib ist die unsichtbare, die Hure die sichtbare, beide zusammen die streitende, die Braut aber die triumphierende Kirche; oder vielmehr genauer: Die Hure ist das, was von der sichtbaren Kirche nach Abzug der sichtbaren noch übrig bleibt, sie ist die Spreu, das Weib der Weizen“ (Matth. 3, 12)