25. Januar

Herr, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, vergabest ihnen, und straftest ihr Tun.
Psalm 99, 8

Gott fängt wohl hintennach an, mit seinen Knechten zu rechnen, und ihnen unter die Augen zu stellen, was sie gethan. Sie haben etwa die Größe ihrer Verschuldung, die Abscheulichkeit und Strafbarkeit derselben nicht genugsam erkannt, sind darüber nicht genugsam zerknirscht, gedemütigt und zerschlagen; sie haben sich nicht genugsam vor
Gott darüber angeklagt, haben sich noch einigermaßen selbst, wo nicht rechtfertigen, doch entschuldigen wollen; ihr Haß wider dieselbe ist etwa noch nicht glühend genug, ihr Verlangen nach Errettung und ihre Dankbarkeit für die Erlösung noch nicht inbrünstig genug. Sie sollen höher hinauf und tiefer herunter geführet werden; ihre Selbsterkenntnis soll einen Zuwachs bekommen, so wie die Einsicht in die wahre Beschaffenheit, den Umfang, die Unentbehrlichkeit und die Kostbarkeit der Gnade heller werden. Ihr Gewissen soll zarter, ihr Wandel vorsichtiger, ihr Aufsehen auf den Herrn unverwandter,
ihr Bleiben in ihm, und Sein Bleiben in ihnen inniger und sie überhaupt tüchtiger gemacht werden zu jeglichem guten Werk durch den Glauben an Christum Jesum. Es geht aus Glauben in Glauben, aus Kraft in Kraft.

Ich rief zu Ihm: O Herr, erlöse mich,
Mach’ meine Seele von Missethaten ledig!
Der Herr ist groß, er ist gerecht und gnädig,
Und unser Gott hört und erbarmet sich.

Andacht aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten, Seite 26. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld, im November 1899 (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)

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