Ach, was soll ich Sünder machen

1) Ach, was soll ich Sünder machen?
Ach, was soll ich fangen an?
Mein Gewissen klagt mich an,
es beginnet aufzuwachen.
Dies ist meine Zuversicht:
meinen Jesum laß ich nicht.

2) Zwar es haben meine Sünden
meinen Jesum oft betrübt;
doch ich weiß, daß er mich liebt,
und er läßt sich gnädig finden.
D’rum, ob mich die Sünd’ anficht:
meinen Jesum laß ich nicht.

3) Obgleich schweres Kreuz und Leiden,
so bei Christen oft entsteht,
mir sehr hart entgegengeht,
soll’s mich doch von ihm nicht scheiden;
auf ihn ist mein Herz gericht:
meinen Jesum laß ich nicht.

4) Ich weiß wohl, daß unser Leben
nichts als nur ein Nebel ist,
denn wir hie’ zu aller Frist
mit dem Tode sind umgeben;
und wer weiß, was heut geschicht?
Meinen Jesum laß ich nicht.

5) Sterb ich bald, wird meine Seele
los der Welt Beschwerlichkeit;
ich ruh bis zur vollen Freud,
weiß, daß in des Grabes Höhle
Jesus bleibt mein helles Licht:
meinen Jesum laß ich nicht.

6) Durch ihn will ich wieder leben,
denn er wird zur rechten Zeit
wecken mich zur Seligkeit
und sie mir aus Gnaden geben.
Muß ich schon erst vors Gericht:
meinen Jesum laß ich nicht.

7) Du sollst mein, o Jesu, bleiben,
bis ich komme an den Ort,
welcher ist des Himmels Pfort’,
und dann wollst du einverleiben
meine Seele deinem Licht:
meinen Jesum laß ich nicht.

Liedtext: 1678, Johann Flitner (1616-1678)
Melodie : ursprünglich auf ein weltliches Lied von 1653

Verweise:

Liedeintrag bei hymnary.org (externer Link)