Wo Gott der Herr nicht bei uns hält (EG 297)

Liedvortrag: Pastor Detlef Korsen,
Aufgenommen in der Marienkirche in Bremerhaven-Geestemünde

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1) Wo Gott der Herr nicht bei uns hält,
wenn uns’re Feinde toben,
und er uns’rer Sach nicht zufällt
im Himmel hoch dort oben;
wo er Israels Schutz nicht ist
und selber bricht der Feinde List:
So ist’s mit uns verloren.

2) Was Menschenkraft und -witz anfängt,
soll uns billig nicht schrecken;
er sitzet an der höchsten Stätt’,
der wird ih’n Rat aufdecken.
Wenn sie’s auf Klügste greifen an,
so geht doch Gott ein and’re Bahn;
es steht in seinen Händen.

3) Auf uns so zornig ist ihr Sinn;
wo Gott hätt das zugeben,
verschlungen hätten sie uns hin
mit ganzem Leib und Leben;
wir wärn als die ein Flut ersäuft
und über die groß Wasser läuft
und mit Gewalt verschwemmet.

4) Gott Lob und Dank, der nicht zugab,
daß ihr Schlund uns möcht fangen.
Wie ein Vogel des Stricks kommt ab,
ist unsre Seel entgangen.
Strick ist entzwei, und wir sind frei;
des Herren Name steht uns bei,
des Gotts Himmels und Erden.

5) Ach Herr Gott! wie reich tröstest du,
die gänzlich sind verlassen!
Die Gnadentür steht nimmer zu,
Vernunft kann das nicht fassen.
Sie spricht: Es ist nun All’s verlor’n,
da doch das Kreuz hat neu gebor’n,
die deine Hilfe warten.

6) Den Himmel hast du und die Erd’
Herr, unser Gott, gegründet;
gib, daß dein Licht uns helle werd’,
laß unser Herz entzündet,
in rechter Lieb des Glaubens dein
bis an das End’ beständig sein;
die Welt laß immer murren.

Liedtext:
Strophen 1,2,5 und 6: 1524, Justus Jonas (1493-1555);
Strophen 3 und 4: 1524, Martin Luther (1483-1546) “Wär Gott nicht mit uns diese Zeit”
Melodie: Wittenberg, 1529

Die ursprüngliche Fassung dieses reformatorischen Liedes von Justus Jonas hat 8 Strophen. EG 297 hat 4 Strophen von Justus Jonas und 2 Verse von Martin Luther zu einem Lied mit 6 Strophen zusammengestellt.

Psalm 124

Ein Loblied im höhern Chor.
Wo der HERR nicht bei uns wäre, so sage Israel,
wo der HERR nicht bei uns wäre,
wenn die Menschen sich wider uns setzen:
so verschlängen sie uns lebendig,
wenn ihr Zorn über uns ergrimmte;
so ersäufte uns Wasser,
Ströme gingen über unsre Seele;
es gingen Wasser allzu hoch über unsre Seele.

Gelobet sei der HERR,
daß er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne!
Unsre Seele ist entronnen
wie ein Vogel dem Stricke des Voglers;
der Strick ist zerrissen, wir sind los.

Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Links und Verweise:

Liedeintrag bei Christliche Liederdatenbank

Choraleintrag (BWV 178) bei Bach Cantatas Website, mit englischer Übersetzung

Audiofile der Melodie (midi, externer Link zu 4Bibeln)

Notenblatt 1stimmig (png, externer Link zu 4Bibeln)