Sollt es gleich bisweilen scheinen (Württ. Gesangbuch 1912 #347)

Trost.

1) Sollt’ es gleich bisweilen scheinen,
als wenn Gott verließ’ die Seinen,
o so glaub’ und weiß ich dies:
Gott hilft endlich noch gewiß.

2) Hilfe, die er aufgeschoben,
hat er d’rum nicht aufgehoben:
hilft er nicht zu jeder Frist,
hilft er doch, wenn’s nötig ist.

3) Gleich wie Väter nicht bald geben,
wonach ihre Kinder streben,
so hält Gott auch Maß und Ziel;
er gibt, wem und wann er will.

4) Seiner kann ich mich getrösten,
wenn die Not am allergrößten;
er ist gegen mich, sein Kind,
mehr als väterlich gesinnt.

5) Will mir Satan bange machen:
ich kann seine Macht verlachen;
schwer sei auch des Kreuzes Joch:
Gott, mein Vater, lebet noch.

6) Laß die Welt nur immer neiden!
will sie mich nicht länger leiden,
ei so frag’ ich nichts darnach,
Gott ist Richter meiner Sach’.

7) Will sie mich gleich von sich treiben,
muß mir doch der Himmel bleiben;
ist der Himmel mein Gewinn,
geb’ ich alles and’re hin.

8) Ach, Herr, wenn ich dich nur habe,
frag ich nichts nach andrer Gabe;
legt man mich gleich in das Grab:
g’nug, Herr, wenn ich nur dich hab.

Liedtext: Christoph Tietze [Titius] (1641-1703)
Melodie: Stuttgart 1710, bei G. Ch. Störl (1675-1719)
Andere Melodie: 1657, Johann Scheffler

Quelle: Text in der Fassung des Liedes Nr. 347: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe, S. 368 (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1912)

Das Lied Nr. 458: Evangelisch-Lutherisches Gesangbuch von Wisconsin und anderen Staaten, erschienen bei Georg Brumder, Milwaukee/Wisconsin, 1872 hat ab Strophe 5 die folgende Textfassung:

5) Trotz dem Teufel! Trotz dem Drachen!
ich kann ihre Macht verlachen;
Trotz dem schweren Kreuzesjoch!
Gott, mein Vater, lebet noch.

6) Trotz des bittern Todes Zähnen!
Trotz der Welt und allen denen,
die mir sind ohn’ Ursach’ feind!
Gott im Himmel ist mein Freund.

7) Laß die Welt nur immer neiden!
will sie mich nicht länger leiden,
ei so frag’ ich nichts darnach,
Gott ist Richter meiner Sach’.

8) Will sie mich gleich von sich treiben,
muß mir doch der Himmel bleiben;
wenn ich nur den Himmel krieg,
hab ich Alles zur Genüg’.

9) Ach, Herr, wenn ich dich nur habe,
sag ich allen andern abe:
legt man mich gleich in das Grab:
g’nug, Herr, wenn ich dich nur hab.

Weblinks und Verweise:

Liedeintrag bei Hymnary.org

Notensatz, 4stimmig (Störl, externer Link zu Hymnary.org)

Notensatz, 4stimmig (1710, pdf, externer Link zu liederindex.de)

Audiofile der Melodie (1710, mp3, externer Link zu liederindex.de)

Notensatz, 4stimmig, ohne Text (1657, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles (1657, midi, mp3, externe Links zu Hymnary.org)