Er weckt mich alle Morgen (EG 452)

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1) Er weckt mich alle Morgen;
er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen,
führt mir den Tag empor,
daß ich mit seinem Worte
begrüß’ das neue Licht.
Schon an der Dämm’rung Pforte
ist er mir nah und spricht.

2) Er spricht wie an dem Tage,
da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage;
nichts gilt mehr als sein Ruf!
Das Wort der ew’gen Treue,
die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue
so wie ein Jünger hört.

3) Er will, daß ich mich füge.
Ich gehe nicht zurück.
Hab’ nur in ihm Genüge,
in seinem Wort mein Glück.
Ich werde nicht zuschanden,
wenn ich nur ihn vernehm’:
Gott löst mich aus den Banden!
Gott macht mich ihm genehm!

4) Er ist mir täglich nahe
und spricht mich selbst gerecht.
Was ich von ihm empfa’he,
gibt sonst kein Herr dem Knecht.
Wie wohl hat’s hier der Sklave –
der Herr hält sich bereit,
daß er ihn aus dem Schlafe
zu seinem Dienst geleit’!

5) Er will mich früh umhüllen
mit seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen,
damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen,
fragt nicht, ob ich versag’.
Sein Wort will helle strahlen,
wie dunkel auch der Tag!

Liedtext: 1938, Jochen Klepper (1903-1942)
Melodie: 1941, Rudolf Zöbeley (1901-1991)
Andere Melodie: 1603, Bartholomäus Gesius (1562-1613)

“Dem Dichter christlicher Herkunft kann Dichtung sich nur herleiten von dem Worte des Lebens, wie es aufgezeichnet ist in der Heiligen Schrift, die außerhalb aller anderen Wert-und Größenordnungen steht. Gott hat es gefallen, an die Menschheit sein Wort, das der Geist und das Leben ist, in einem Buche zu richten. […] Unfasslich ist die Fülle von Bibelworten, die als geschlossene Zeile ins Lied übernommen und zum Ausgangspunkt eines geistlichen Liedes werden können. Ist’s nicht der Anfang eines Morgenliedes, wenn es bei Jesaja heißt: Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr?”

Text aus: J. Klepper, Das göttliche Wort und der menschliche Lobgesang: Das Buch der Christenheit. Betrachtungen zur Bibel, hg. von K. Ihlenfeld, Berlin-Steglitz 1939, S. 128f., 143.

Schriftstellen:

Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, daß ich höre wie ein Jünger. Der HERR HERR hat mir das Ohr geöffnet; und ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück. (Jesaja 50, 4b.c.5)

Links und Verweise

Liedpredigt (pdf, Pfr. Hans-Jürg Stefan)

Liedeintrag bei “Die christliche Liederdatenbank”

Liedeintrag bei sermon-online.de

Notensatz, 4stimmig (Gesius, pdf, externer Link zu christianhaehlke.de)

Audiofile (mp3, externer Link zu christianhaehlke.de)