Wird der Gerechte kaum erhalten (Hiller)

So der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen?
1. Petrus 4, 18

Wichtige Worte, die uns zur steten Erweckung dienen sollen!

Weise: Wer nur den lieben Gott läßt walten 158 (38)

1) Wird der Gerechte kaum erhalten,
Wo wollen dann die Sünder hin,
Die in Gottlosigkeit veralten
Und sterben in verstocktem Sinn,
Wenn sie des Richters Zorn erschreckt,
Daß sie kein Berg und Hügel deckt?

2) Gott, gib mir in dem Lauf auf Erden,
Daß dies mir eine Warnung sei,
Damit ich mög’ erhalten werden
Durch Deine Macht und Deine Treu’!
Mach’ mich durch Christi Blut gerecht,
Und dann zu Christi treuem Knecht.

3) Und wenn ich muß die Stäupe fühlen,
So sei es eine Kinderzucht;
Die laß auf mein Erhalten zielen,
So wirkt sie eine gute Frucht.
Gerichte brechen insgemein
Zuerst am Hause Gottes ein.

4) Gib, daß ich Dir nur meine Seele,
Wenn mir Dein Wille Leiden schickt,
Dem treuen Schöpfer anbefehle,
Denn Deine Treu’ bleibt unverrückt;
In Deinem Willen laß mich ruh’n,
Und leidend immer Gutes tun.

5) Mein Gott, so magst Du mit mir walten,
Wie mir es ewig heilsam ist!
Wenn nur die Seele wird erhalten,
Wenn nur noch Du mein Vater bist,
Wenn nur mich Christi Wunde deckt,
So kommt kein Tag, der mich erschreckt.

Liedtext: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: 1657, Georg Neumark Wer nur den lieben Gott läßt walten

Quelle: Hiller, Philipp Friedrich, Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, Zweiter Teil, zum 2. März, bei J.B. Müller, Stuttgart 1833