Der du das Los von meinen Tagen (Patzke)

1) Der du das Los von meinen Tagen,
und meines Lebens Glück und Plagen
mit Güt und Weisheit mir bestimmt;
dir, Gott, dank ich mit frohem Herzen,
das seine Freuden, seine Schmerzen
gleich gern aus deinen Händen nimmt.

2) Du hast im Lauf von meinem Leben
mehr Glück als Leiden mir gegeben,
mehr Guts, als ich verdient, beschert.
Muß ich den Abend lang auch weinen,
läßt du mir doch die Sonne scheinen,
wenn kaum der Morgen wiederkehrt.

3) Soll ich nach deinem Wohlgefallen
durch mancher Prüfung Enge wallen,
die Fleisch und Blut mir schwerer macht:
so darf mein Herz doch nicht verzagen;
ich weiß, du bist bei meinen Plagen
stets auf mein wahres Wohl bedacht.

4) Selbst aus des Lebens Bitterkeiten
weißt du mein Glück mir zu bereiten,
und schaffst aus Finsternissen Licht;
du bahnst vor mir die rauhen Stege,
und leitest mich auf meinem Wege,
wenn Licht und Leitung mir gebricht.

5) Drum soll vor dir mein Herz sich stillen;
ich weiß, dass ohne deinen Willen
kein Haar von meinem Haupte fällt.
Auf dich allein kann ich vertrauen,
und meiner Zukunft Hoffnung bauen
in dieser unbeständ’gen Welt.

6) Ja, Herr, es sei mein ganzes Leben
ganz deiner Leitung übergeben,
bis dieses Körpers Bau zerbricht.
Ob Berge fallen, Hügel weichen,
und Welten sich zum Einsturz neigen,
so weicht doch deine Gnade nicht.

Liedtext: Johann Samuel Patzke (1727-1787)
Melodie: 1792, Franz Vollrath Buttstedt (1735-1814)

Links und Verweise:

Liedeintrag bei Liederindex

Notensatz, 4stimmig, mit 3 Strophen Text (pdf, externer Link zu liederindex.de)

Audiofile der Melodie (mp3, externer Link zu liederindex.de)

Liedeintrag bei Christ My Song

Notensatz, 4stimmig (Rüegg, pdf, midi, externer Link zu Christ My Song)

Liedeintrag bei Hymnary.org

Lied Nr. 630, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843.