Magnus Friedrich Roos (1727-1803)

Magnus Friedrich Roos (* 6. September 1727 in Sulz am Neckar; † 19. März 1803 im Kloster Anhausen an der Brenz) war ein schwäbischer lutherischer Theologe und ein Vertreter des lutherischen Pietismus.

Leben

Roos wurde am 6. September 1727 in Sulz a.N. geboren. Sein Vater war der geistliche Pfleghofverwalter Christoph Friedrich Roos, seine Mutter Maria Barbara geb. Plocher. Nach Besuch der deutschen und lateinischen Schule in seiner Heimatstadt wurde er mit 13 Jahren nach Bestehen des Landexamens 1740 in die Klosterschule Blaubeuren aufgenommen. Nach weiteren zwei Jahren ab 1742 in der Klosterschule Bebenhausen begann er mit herzoglichem Stifts-Stipendium zunächst die üblichen zwei Jahre Studium der Philosophie, das er mit dem Titel Magister abschloss. Nach dem folgenden Theologiestudium, während dessen er besonders auch von den Schriften Johann Albrecht Bengels geprägt wurde, schloss er mit dem Consistorial-Examen ab und trat 1749 seine erste Stelle als Vikar in Tübingen-Derendingen an.

Bild: Kloster Anhausen
(Quelle: Simmy40 – Liz. CC-BY 3.0)

Weitere Stationen im Vikariat brachten ihn nach Calw und Owen, von dort pflegte er die Bekanntschaft mit Friedrich Christoph Steinhofer. Das Konsistorium berief ihn 1752 auf eine Repetentenstelle ins Stift Tübingen. Nach einem weiteren Vikariat ab 1755 an der Stiftskirche Stuttgart wurde er 1757 zum Pfarrer in Göppingen ernannt. Am 22. November 1757 heiratete er Christina Rosina Barbara Gmelin, eine Tochter des Mediziners Johann Konrad Gmelin. Von fünf Kindern überlebte nur der Sohn Johann Friedrich die Eltern; er wurde später Dekan in Marbach. Ab 1767 wirkte Roos als Dekan in Tübingen-Lustnau. Im Jahr 1784 Ernennung durch Herzog Carl Eugen zum Prälaten mit Sitz im Kloster Anhausen an der Brenz, bis 1820 Evangelische Prälatur. Von 1788 bis 1797 war er als Mitglied des Großen Ausschusses im Landtag politisch aktiv. Die Erinnerung an sein Wirken wird von einem Förderverein „Freundeskreis Prälat Magnus Friedrich Roos“ wachgehalten.

Werk

Roos verfasste über 60 Schriften. Sein bekanntestes Werk ist das Christliche Haus-Buch (1783) mit täglichen Morgen- und Abendandachten. Es fand neben Süddeutschland besondere Verbreitung bei Lutheranern in Schweden, Finnland und lutherischen Gemeinden in Kasachstan. Es wird heute noch besonders in den Pregizer Gemeinschaften, aber auch bei den Apis gelesen. Mindestens zwölf seiner Werke wurden ins Englische, Schwedische, Französische oder Niederländische übersetzt.

Digitalisierte Werke

Quelle: Wikipedia

auszugsweise aus der Seite „Magnus Friedrich Roos“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. Februar 2021, 18:46 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Magnus_Friedrich_Roos&oldid=208442002 (Abgerufen: 13. Oktober 2021, 21:54 UTC)

Weblinks und Verweise

M. Magnus Friedrich Roos, württ. Prälaten zu Anhausen Christliches Hausbuch, welches Morgen= und Abend=Andachten auf jeden Tag des ganzen Jahres nebst beigefügten (Hiller’schen) Liedern enthält. Nebst einem Anhange von weiteren Gebeten für zwei Wochen und für einige besondere Fälle. Mit dem Lebensabriß des sel. Verfassers, eingeleitet von seinem Urenkel Repetent Fr. Roos. Mit einem Stahlstich. Stuttgart, 1860. Druck und Verlag von J. F. Steinkopf. Seiten VII-XVI [Digitalisat]

Lebensabriß des Verfassers (aus dem Christlichen Hausbuch)

Homepage des Fördervereins Freundeskreis Prälat Magnus Friedrich Roos e.V.

Primärliteratur

Veröffentlichung in der christlichen Zeitschrift „Kors Ord“ 3/2015, dt. Version (PDF)

Biblische Auslegungen und Betrachtungen von Magnus Friedrich Roos

Hiob 1, 21

Psalm 139, 1

Jesaja 41, 4

Lukas 16, 23

Matthäus 12, 36

Matthäus 24, 13

Römer 8, 18

1. Petrus 4, 18

Offenbarung 1, 3

Offenbarung 3, 4

Erstellt am 3. Mai 2020 – Letzte Überarbeitung am 11. März 2022