Leopold Franz Friedrich Lehr (1709-1744)

Leopold Franz Friedrich Lehr (* 3. September 1709 in Kronberg,  † 26. Januar 1744 in Magdeburg) war ein Sohn des fürstlich-nassau-idsteinischen Hofrats Johann Jakob Lehr aus Kronberg bei Frankfurt/Main. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Idstein, wo er das Gymnasium bis zum Jahr 1727 besuchte. Nach dem Tod seines Vaters begann er seine theologischen Studien 1729 an der Jenaer Universität; nach einem Jahr wechselte er nach Halle/Salle und studierte bei J.J. Rambach und G.A. Francke. Lehr unterrichtete daneben zur Sicherung seines Unterhalts die Kinder von Johann A. Freylinghausen; auch nahm er eine weitere Anstellung im Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen an. Von 1731 bis 1740 war er in Köthen Lehrer der Prinzessinen von Anhalt-Köthen. Der dortige Hofprediger Johann Ludwig Konrad Allendorf regte ihn an, eigene geistliche Lieder zu verfassen. Ab 1740 fungierte er als Diaconus der Lutherischen Kirche in Köthen. Eine angebotene Superintendentur nahm er nicht an, um seine Gemeinde nicht verlassen zu müssen.

1742 heiratete er die Magdeburger Kaufmannstochter Christiane Marie Stilkien. Im Verlauf eines Besuchs seines Schwiegervaters in Magdeburg wurde er von einem Fieber erfaßt und starb daselbst am 26. Januar 1744 im Alter von nur 34 Jahren.

Lieder:

Mein Heiland nimmt die Sünder an

So hab ich nun den Fels erreichet

Werke:

Himmlisches Vergnügen in Gott und Christo (1757, Hrsg. Samuel Helmich, Halle/Saale)

Leopold Frantz Friderich Lehrs, ehemaligen wohlverdienten und gesegneten Predigers der Evang. Lutherischen Gemeine in Cöthen, himlisches Vergnügen in Gott und Christo: bestehend in geistlichen Gedichten. Zusammen getragen und mit einer Vorrede durch den Druck bekant gemacht, auch mit einigen geistlichen Oden vermehretvon Samuel Helmich, bisherigen Hauptpastor in Oldeslohe, und nunmehro berufenem Schloß- und Garnisonspastor zu Glückstadt (Download als pdf von Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt)

Leben und Lieder Herrn Leopold Franz Friedrich Lehrs, ehemaligen Diaconi der luth. Gemeinde in Cöthen Verlag: Siegmund Ehrenfried Richter, Leipzig und Görlitz, 1746