Christian Friedrich Römer

Christian Friedrich Römer, ab 1912 von Römer (* 3. August 1854 in Sindelfingen; † 25. Februar 1920 in Stuttgart), war Stiftsprediger und Prälat von Württemberg.

Sein Vater war der Diakon Carl Ludwig August Günther Römer, bekannt als Verfasser der „Kirchlichen Geschichte Württembergs“.

Christian Römer absolvierte an den Seminaren Schöntal und Urach (heute Bad Urach) und im Tübinger Stift den üblichen Ausbildungsgang der Württemberger Theologen. Nach seinem 1. Examen trat er 1877 als Freiwilliger in das Grenadierregiment „Königin Olga“ in Stuttgart ein, damals noch zweifelnd , ob er in den Kirchendienst eintreten sollte.

Eine wissenschaftliche Reise führte ihn Ende 1881/Anfang 1882 nach Norddeutschland, England und Schottland. Er war von 1891 an Pfarrer in Tübingen, 1895 Dekan in Nagold, 1909 Dekan in Tübingen, 1911 schließlich Stiftsprediger in Stuttgart.

  

Stiftskirche in Stuttgart und Johanneskirche in Nagold

1912 wurde ihm Titel und Rang eines Prälaten verliehen; von dem damit verbundenen Personaladelsprädikat hat er jedoch keinen Gebrauch gemacht. Er war ein eindringlicher Prediger, eifriger Seelsorger und verstand, auf die Jugend zu wirken. 1896 übernahm er die Redaktion des Evangelischen Kirchenblatts für Württemberg, die er bis zu seinem Tode versah. Er machte dieses Blatt mit einer Fülle eigener Beiträge zum Organ der konservativen Richtung, in derselben Weise wirkte er auch über Württemberg hinaus in Vereinen und Verbänden. Im Lande selber gründete er 1894 als Sammlung der konservativen Kräfte die Evangelisch-kirchliche Vereinigung. Mit dem Stuttgarter Amt übernahm er den Vorsitz im Ausschuss der Württembergischen Bibelanstalt und damit die Leitung des Werks und die Vorbereitung und Durchführung des hundertjährigen Jubiläums 1912.

Quellen:

Seite „Christian Friedrich von Römer“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. April 2019, 20:58 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Christian_Friedrich_von_R%C3%B6mer&oldid=187689278 (Abgerufen: 9. Februar 2020, 13:09 UTC)
Springer, Barbara (Bearb.): Nachlass Christian Römer (1876-1920).
Stiftskirche in Stuttgart: Tim Treganza (CC-BY-SA 3.0) – Johanneskirche in Nagold: Frank Vincentz (CC-BY-SA 3.0)

Literaturhinweise und Weblinks:

Ehmer, Hermann: Römer, Christian Friedrich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 515–517 [Archivfassung vom 17.02.1999]

Gundert, D.: Ein Wort persönlicher Erinnerung an Prälat Christian Römer, in: Evang. Kirchenblatt für Württ. 96, 3f. (1935)

Römer, Christian, weil. Prälat und Stiftsprediger zu Stuttgart: Die Offenbarung des Johannes, in Bibelstunden erläutert (Verlag von D. Gundert, Stuttgart 1916)

Römer, Christian: Die Gründung der Christengemeinde in Korinth, ein Bild aus d. urchristl. Heidenmission. Band 38 von Basler Missions-Studien; Basler Missionsbuchh., 1912

Römer, Friedrich: Zum Gedächtnis an Stiftsprediger Prälat D. Christian Römer, Stuttgart 1920

Euphorie und Ernüchterung; Artikel im Ev. Gemeindeblatt 45/2014, in dem die Stellung Chr. Römers zum 1. Weltkrieg thematisiert wird.

Springer, Barbara (Bearb.): Nachlass Christian Römer (1876-1920).

Landeskirchl. Archiv und Zentralbibliothek Stuttgart (Nachlass)

Der Nachlass von Christian Römer besteht aus Predigten, Briefen an den langjährigen Freund Paul Fischer, Professor am Seminar Blaubeuren, und einigen Beiträgen zum Evangelischen Sonntags- bzw. Kirchenblatt Württembergs. Die Predigten liegen überwiegend als handschriftliche Manuskripte vor, einige maschinenschriftlich bzw. gedruckt. Der Nachlass gelangte 1983 in das Landeskirchliche Archiv Stuttgart, wurde 1986 verzeichnet und bildet hier den Bestand D 30.

Eingestellt am 9. Februar 2020 – Letzte Überarbeitung am 4. Oktober 2021