Hebräer 3, 13

…sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es “heute” heißt, daß nicht jemand unter euch verstockt werde durch Betrug der Sünde.

Ihr Lieben, glaubt ihr, es werde dann Zeit sein zur Vorbereitung, wenn ihr dem Rande des Grabes naht? Betrüget euch nicht! Wir lesen in der Schrift nur von einem einzigen Falle, in dem einer in der elften Stunde gerettet ward, und wir haben keinen Grund zu glauben, daß es jemals einen andern Fall dieser Art gegeben hat oder geben werde. Es ist möglich, daß noch einige auf ihren Sterbebetten gerettet worden sind, aber gewiß ist es nicht. Es mag geschehen sein, aber wer kann behaupten, daß es wirklich geschehen ist? Manches spricht leider sehr dagegen; denn solche, die am besten darüber urteilen können – die lange im Lazarett der Welt umhergegangen sind – haben uns versichert, daß solche, die in der Erwartung des Todes sich zu bekehren gelobten, fast immer wieder umgewandt sind, “wie der Hund nach dem, was er gespieen hat, und wie die Sau sich nach der Schwemme wieder im Kot wälzt.” O nein, “Heute, so ihr seine Stimme höret, verstocket eure Herzen nicht;” denn das Heute ist die Vorbereitungszeit auf das unbekannte Morgen – Heute ist’s Zeit, sich bereit zu machen auf die ewige Zukunft.

Charles Haddon Spurgeon

Doch hüte dich vor Sicherheit!
Denk nicht, zur Buße ist noch Zeit!
Ich will erst fröhlich sein auf Erd’,
Wenn ich des Lebens müde werd,
alsdann will ich bekehren mich,
Gott wird wohl mein’ erbarmen sich.

Wahr ist’s, Gott ist zwar stets bereit
dem Sünder mit Barmherzigkeit.
Doch wer auf Gnade sündigt hin,
fährt fort in seinem bösen Sinn
und seiner Seele selbst nicht schont,
dem wird mit Ungnad‘ abgelohnt.

Heut lebst du, heut bekehre dich!
Eh‘ morgen kommt, kann’s ändern sich.
Wer heut ist frisch, gesund und rot,
ist morgen krank, vielleicht gar tot.
So du nun stirbest ohne Buß‘,
dein Leib und Seel dort brennen muß.

Hilf, o Herr Jesu, hilf Du mir,
daß ich noch heute komm zu Dir
und Buße tu‘ den Augenblick,
eh‘ mich ein schneller Tod hinrückt,
auf daß ich heut und jederzeit
zu meiner Heimfahrt sei bereit!

(Joh. Heermann)

Dein Heiland will nur deine Seligkeit. Er läßt kein Mittel unversucht, um dich aus der Sünde Ketten zu retten. Er bittet, Er mahnt, Er warnt, Er straft, Er weint um dich, Er, der sein Herzblut für dich vergossen hat.

Aber Er zwingt dich nicht in seine Nachfolge. Jesus spricht: Ich will. Walt‘s Gott, dass es von dir nicht heiße: er wollte aber nicht! – Endlich: So lange ein Mensch lebt, so lange er noch Gnadenzeit hat, und so lange Gott einen Menschen nicht aufgegeben hat, dürfen auch wir ihn nicht aufgeben. Aber das schließt nicht aus die andere Tatsache: es gibt in jedem Menschenleben besondere Gnaden- und Entscheidungszeiten. Werden sie versäumt, dann ist es vorbei – vielleicht für immer.

Darum möchte ich zum Schluß jedem im Geiste die Hand reichen und ihn bitten: Du willst doch kein Judas werden? Nun, so eile und errette deine Seele. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an!

(E. Keeser, Pastor in Elberfeld. In: “Der Weg göttlicher Zeugnisse, Sechs Vorträge”. Eberfeld, 1902. Neu herausgegeben von Thomas Karker, Bremen 2018)

Wer seiner Seelen Heil verträumet,
der hat die Gnadenzeit versäumet,
ihm wird hernach nicht aufgetan.
Heut komm, heut nimmt dich Jesus an!

(Leopold Franz Friedrich Lehr)