Gott sei gelobt, wir wissen (Zeller#5)

Gott sei gelobt, wir wissen,
Wenn dieser Bau zerfällt
Und Alles wird zerrissen,
Was hier zusammenhält.
Wir haben eine Hütte,
Von seiner eig’nen Hand
Die stehet in der Mitte
Im neuen Vaterland.

Dieweil wir hier noch wallen,
Sind wir beschwert, gedrückt;
Es will uns nicht gefallen, Das Glück ist zu zerstückt.
Ein ewiges Verlangen
Beseelet Alt und Jung,
Und dennoch will uns bangen
Vor der Verwandelung.

Wir wollen nicht entkleidet,
Nur überkleidet seyn,
Wenn Leib und Seele scheidet,
Soll es wie Zauber seyn.
Es soll der Tod verschlungen
Nur von dem Leben seyn:
Dir ist es ja gelungen,
Das sel’ge Loos ist dein.

Nur Eine lichte Welle
Brach durch die Sichtbarkeit,
Und warf mit Blitzesschnelle
Um dich des Himmels Kleid;
Gott hat dich schnell erhoben,
Fast ging es mir zu jach;
Mit Weinen und mit Loben
Sah ich dem Fluge nach.

Es war dein Thun und Streben,
Ein lichter Maientag,
Der über meinem Leben
Mit Himmelswonne lag;
Von Treu zu Treu bewähret,
Geführt von Licht zu Licht,
So wurdest du verkläret
Zum Engelsangesicht.

Was soll ich Sünder klagen,
Gedenkend an mein Weh,
Mit Seufzen und mit Fragen,
Was ich doch nicht versteh?
Ist seine Lieb nicht größer,
Als ich sie bieten kann?
Dein Schöpfer und Erlöser
Hat dir nur wohlgethan.

Du ruhst in seinem Lieben
Am Herz der Seligkeit,
Uns aber ist geblieben
Das Pfand, das uns befreit.
Das ist des Geistes Wehen,
Der uns bereitet still,
Zu ihm und dir heißt gehen
Und rufet, wann er will.

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