Ach, wie tief bist du gefallen (Lavater)

1) Ach, wie tief bist du gefallen,
Volk des Herrn, erwählt vor allen,
seine Wunder auszukünden!
Sag, wo kann ich Christen finden?
Flög‘ ich über Tal und Hügel,
wo fänd‘ ich des Geistes Siegel,
wo des alten Glaubens Kraft,
der mit Gott zerstört und schafft?

2) Ach, du Trost in trüben Stunden,
Glaube, wie bist du verschwunden!
Fester Stab auf steilen Wegen,
Reiner Quell von Licht und Segen!
Eh’rner Schild in den Gefahren,
Großes Pfand des Unsichtbaren!
Ach, wie du erstorben bist,
Echter Glaub an Jesum Christ!

3) Alles will dem frommen Glauben
Gott von ihm zu fleh’n erlauben.
Bet im Glauben, Christi Jünger,
Dich bezwingt kein Weltbezwinger;
Deinem Heldenglaubensflehen
Kann kein Satan widerstehen.
Ewig gilt, was Gott verspricht,
Denn Jehovah lüget nicht!

Liedtext: Johann Caspar Lavater (1741-1801)
Melodie: Johann Heinrich Tscherlitzky (1799-1867)

Quelle: Christoph Dölker und Wilhelm Dölker, Geistliche Lieder mit Melodieen zur gemeinschaftlichen Erbauung, 4. vermehrte Auflage, Stuttgart 1873

Gemälde: Gleimhaus / Public domain

Erstellt am 16. Mai 2020 – Letzte Überarbeitung am 26. Oktober 2021