Offenbarung 12, 4.5

Und sein Schweif fegte ein Drittel der Sterne des Himmels weg und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor dem Weibe, die im Begriff war zu gebären, um ihr Kind, wenn sie geboren, zu verschlingen. (Offb. 12, 4)

Es wird von diesem Drachen gesagt, er habe mit seinem Schweif die Sterne, ein Drittel der Sterne vom Himmel gerissen, offenbar ein Hinweis auf das furchtbare Geheimnis, daß die Dämonen Lichtengel waren, gefallene Morgensterne, wie es Jesaja 14 heißt, daß diese ganzen bösen Mächte der Tiefe von oben kommen, aber verführte und gestürzte Geister sind. Das sind luziferische Gestalten, mit denen sich die widergöttlichen Mächte umgeben, um den einzigen Lichtträger zu zerstören, die Gottesgemeinde, mit der Sonne bekleidet, mit der Wahrheit, dem Licht der Welt (Matth. 5, 14, Joh, 8, 12 u. 12, 36, Phil. 2, 15 u.a.).

Und sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stabe. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Stuhl.

Dann wird gesagt: „Und sie gebar ihren Sohn“. Man kann das Wort gar nicht anders verstehen, auch nach dem Wortlaut, der hier gebraucht wird, als von dem Geheimnis der Weihnacht, von dem Geheimnis, daß Gott Mensch wird, eingeht in diesen heiligen Rest, in diese Gottesgemeinde Israel, und nun im Geist mit ihr geht auf ihrem weiten Weg bis zur Vollendung, der Messias, oder wie er hier genannt ist, der Richter der Völker, der „die Völker weiden soll mit dem eisernen Stab“ des Gerichts (Vers 5).

(Karl Hartenstein: Der wiederkommende Herr)

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Wir können uns wohl keinen Begriff machen von den Ängsten und Nöten, Leiden und Drangsalen der Christen zur letzten Mitternachtsstunde. Heute schon halten sich manche Gläubige fern von der Gemeinschaft der Heiligen. Sie fürchten für ihre Ehre, ihr Ansehen, für ihre Bequemlichkeit. Wie tief erst wird die Scheidung gehen in der antichristlichen Zeit! Da fällt alles dürre Laub ab! Treu aber folgt die bluterkaufte Schar dem Herrn nach, und Sein Sinn und Charakter prägt sich in ihnen aus. Diese Christen der Letztzeit haben eine ganz besondere Stellung, und ihr Leidenstiegel ist sehr heiß; der Herr führt sie aber auf der Hochbahn der Leiden in Sein Leben ein.

Sie werden nicht entkleidet, sondern überkleidet; mitten aus dem Verderben heraus holt sie der Herr in Sein himmlisches Haus, in Seine Herrlichkeit. Eine solche Himmelfahrt wünschen wohl alle Gläubigen. Wie aber steht es mit der Willigkeit, den Leidenskelch zu trinken? Immerhin ist es beachtenswert, daß doch nur die Endgemeinde vom Herrn diesen schweren Weg mit einem so hochseligen Ende geführt wird. In Matth. 25, 34-40 gibt uns Jesus einen Blick hinein in die tiefen Leiden der treuen Christen der Endzeit. Das erinnert uns an das Wort: „Du führest in die Hölle und wieder heraus“ (1. Sam. 2, 6). Als Gekreuzigter und Auferstandener fuhr Jesus in den Himmel; Seine Gemeinde hat einen ähnlichen Weg zu gehen. „Unter Leiden prägt der Meister Sein allgeltend Bildnis ein“ (Harttmann). Auch dir steht der Himmel offen. Gott zählt dich nicht zu den Enterbten. Jesus ist der Weg zum Vaterhaus; an Ihn halte dich, so bist du sicher.

(Markus Hauser)

Und wenn auch finstre Kraft den Sinn verdunkelt,
Erweckt das Kleinod, das von oben funkelt,
Auf’s neu den Mut; die Hoffnung samt dem Glauben
Läßt sich nicht rauben.

Blick auf die Wolke der verklärten Zeugen,
Die jetzt vor JEsu Thron die Palmen neigen!
Wie kommen sie zum Sammelplatz der Freuden? –
Nicht so? durch Leiden!

Kein Tränlein wird umsonst allhier vergossen,
Sie bleiben dort verwahrlich beigeschlossen
Und werden, wenn’s einst gilt, die Treu‘ belohnen,
Perlen zu Kronen.

(Friedrich Carl Freiherr von Moser)


Übersicht Offenbarung 12

Eingestellt am 12. September 2023