Meine Hoffnung lässt mich nicht (Schmolck)

1) Meine Hoffnung lässt mich nicht,
alles mag mich sonst verlassen;
ruht mein Herz in Gott und spricht:
ich will ihn getrost umfassen,
ach, so hab ich Trost und Heil;
Jesus ist der Seele Teil.

2) O wie eitel ist die Welt!
tief in Weh lässt sie uns schweben;
aber wer’s mit Jesus hält,
ihm allein nur denkt zu leben,
den nährt seiner Gnade Tau
auf der bangen Lebensau.

3) Zweifel töten nur das Herz,
fromme Herzen müssen hoffen.
Der mich schlägt mit Angst und Schmerz,
lässt mir auch den Himmel offen.
Ist Gott meine Zuversicht,
Trotz dem, der ihm widerspricht!

4) Zähren sind die Jammer-Saat,
ich muß mich mit Tränen salben;
nur getrost, der Dornenpfad
geht zum Himmel allenthalben.
Ein gelassnes Herze schweigt,
bis der Sturm die Sonne zeigt. –

5) Schweige demnach, Ungeduld!
schwere Sorgen sind nur Plagen.
Hast du deines Gottes Huld,
ei, so darfst du nicht verzagen.
Ruhe nur und hoff auf ihn;
nach dem Trauern folgt Gewinn.

6) Hoffnung, o du fester Grund!
ach, so lass mich nimmer sinken,
und wenn mein erblasster Mund
soll des Todes Wermut trinken,
stelle dann zum Troste mir
nichts als meinen Jesus für.

Liedtext: Benjamin Schmolck (1672-1737)
Melodie: Berlin 1653, Johann Crüger (1598-1662) Jesus, meine Zuversicht
Andere Melodie: 2020, Johannes Thomas Rüegg

Dieweil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Freudigkeit.
(2. Kor. 3, 12)

Weblinks und Verweise:

Lied# 875: Geistlicher Liederschatz. Sammlung der vorzüglichsten geistlichen Lieder für Kirche, Schule und Haus und alle Lebensverhältnisse, S. 488. Zweite Auflage, bei Samuel Elsner, Berlin 1842.

Liedeintrag bei Christ My Song

Notensatz, 4stimmig, ohne Text (Johann Crüger, pdf, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles der Melodie (midi, mp3, externer Link zu Hymnary.org)

Notensatz, 4stimmig, mit Liedtext (Joh. Th. Rüegg, externer Link zu Christ My Song)

Eingestellt am 25. Juli 2021