1. Petrus 2, 16.17

“…als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Tut Ehre jedermann, habt die Brüder lieb; fürchtet Gott, ehret den König!”

O, wenn solche Geister unter uns wären, die sich sehnen nach der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes:

Euch sage ich, eure Sehnsucht wird ganz gewiß noch erfüllt werden. Es ist schon eine Seligkeit um die Sehnsucht nach der Freiheit, aber eine weit größere Seligkeit wird es sein, den neutestamentlichen Freiheitsmorgen selbst zu sehen, der uns durch das Blut Jesu Christi, das vom Kreuze herunterströmte, versichert ist. Aber was soll ein Christ machen in dieser Zeit, wo an allen alten Formen gerüttelt wird, wo der große Wahn der blinden Welt, daß man sein Glück und seine Seligkeit in äußerer Freiheit suchen müsse, da man sie doch in der innern suchen sollte, immer weiter um sich greift? Was soll da ein Christ machen? Soll er auch mit einstimmen? Soll er sich von dem Strom des Zeitgeistes auch mit fortreißen lassen? Das sei ferne! Hier ist wieder ein großer Wendepunkt, wo die Kinder des Lichts und die Kinder der Finsternis unterschieden werden. Ein Christ wird sich hierin ganz halten nach dem Worte des Apostels: »Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen; ehrt jedermann; habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König.«

Er läßt die Menschen um sich herum machen, was sie wollen, und betet um den Anbruch des Reiches Gottes; er ringt in seinem Geiste unablässig nach größerer innerer Freiheit. Das ist seine Sorge, das sein Bestreben, das sein höchster Wunsch, daß er auch in dieser letzten, betrübten Zeit doch auf keine Art und Weise von dem Welt- und Zeitgeiste berückt und gefangen, sondern unbefleckt erhalten werde, und je mehr und mehr in die innere Freiheit hineinwachse, damit sein Herr und Meister ihn bewahren möge vor der Stunde der Versuchung, die da kommen wird über den ganzen Weltkreis (Offb. ) und ihn, wann er kommt, bereit finden möge.

Wie froh ist doch ein stilles Herz!
Wie frei von Not und Seelenschmerz!
Wie klar sieht’s Jesu Herrlichkeit
und steht zum Streit,
zum Leiden und zum Sieg bereit.

O salbe mich mit Geisteskraft!
Du weißt es, sonst wird nichts geschafft;
laß mich mit Freuden wachsam sein,
so seh ich’s ein,
daß wilde Lust ist lauter Pein.

Dir ähnlich sein ist Herrlichkeit!
Dir folgen ist Vollkommenheit!
Wie selig ist dein Jesussinn!
O nimm mich hin!
Dein bin ich, Herr, so wie ich bin.

(Ludwig Hofacker)