Herz und Herz vereint zusammen (Württ. Gesangbuch 1912 #268)

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Gemeinschaft der Gläubigen

1) Herz und Herz vereint zusammen
sucht in Gottes Herzen Ruh!
Lasset eure Liebesflammen
lodern auf den Heiland zu!
Er das Haupt, wir Seine Glieder,
Er das Licht und wir der Schein;
Er der Meister, wir die Brüder,
Er ist unser, wir sind Sein.

2) Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder,
und erneuert euern Bund;
schwöret unsrem Überwinder
Lieb und Treu aus Herzensgrund.
Und wenn eurer Liebeskette
Festigkeit und Stärke fehlt,
o so flehet um die Wette,
bis sie Jesus wieder stählt!

3) Tragt es unter euch, ihr Glieder,
auf so treues Lieben an,
daß ein jeder für die Brüder
auch das Leben lassen kann.
So hat uns der Herr geliebet,
so vergoß Er dort sein Blut;
denkt doch, wie es Ihn betrübet,
wenn ihr selbst euch Eintrag tut.

4) Einer reize doch den andern,
kindlich, leidsam und gering,
unsrem Heilnd nachzuwandern,
der für uns am Kreuze hing.
Einer soll den andern wecken,
alle Kräfte Tag für Tag
ohne Sträuben darzustrecken,
daß er ihm gefallen mag.

5) Halleluja! Welche Höhen,
welche Tiefen reicher Gnad‘,
daß wir dem ins Herze sehen,
der uns so geliebet hat;
daß der Vater aller Geister,
der der Wunder Abgrund ist,
daß Du, unsichtbarer Meister,
uns so fühlbar nahe bist!

6) Ach du holder Freund, vereine
deine dir geweihte Schar,
daß sie sich so herzlich meine,
wie’s dein letzter Wille war.
Ja, verbinde in der Wahrheit,
die du selbst im Wesen bist,
alles, was von deiner Klarheit
in der Tat erleuchtet ist.

7) So wird dein Gebet erfüllet,
daß der Vater alle die,
denen du dein Herz enthüllet,
auch in seine Liebe zieh‘,
und daß, wie du eins mit ihnen,
also sie auch eines sei’n,
sich in wahrer Liebe dienen
und einander gern erfreun.

8) Friedefürst, laß deinen Frieden
stets in unsrer Mitte ruhn,
Liebe, laß uns nie ermüden,
deinen sel’gen Dienst zu tun.
Denn wie kann die Last auf Erden
und des Glaubens Ritterschaft
besser uns versüßet werden
als durch diner Liebe Kraft?

9) Liebe, hast du es geboten,
daß man Liebe üben soll,
O so mache doch die toten,
trägen Geister lebensvoll;
zünde an die Liebesflammen,
daß ein jeder sehen kann:
Wir, als die von einem Stamme
stehen auch für einen Mann.

10) Laß uns so vereinigt werden,
wie du mit dem Vater bist,
bis schon hier auf dieser Erden
kein getrenntes Glied mehr ist.
Und allein von deinem Brennen
nehme unser Licht den Schein;
also wird die Welt erkennen,
daß wir deine Jünger sei’n.

Liedtext: Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760)
Strophe 8 von Karl Friedrich Harttmann (1743-1815)
Melodie: Um 1740. Bei Joh. Thommen 1745 O du Liebe meiner Liebe
Choralbuch 142 (73)

Obiger Text folgt der Fassung des Liedes Nr. 268: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe 1912, S. 282f (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart)

Weblinks und Verweise:

Liedeintrag bei Hymnary.org

Liedeintrag bei sermon-online.de

Melodie als midi-File (J. Thommen, externer Link zu Hymnary.org)

Notenblatt, Melodie als jpg-File (BWV 491, externer Link zu Bach Cantatas Website)

Notensatz, 4stimmig (pdf) und Audiofiles (midi, mp3, bei Joh. Thommen „Christian Hearts in Love united“, externer Link zu Hymnary.org)

Melodie: Erbaulicher Musicalischer Christen-Schatz, Basel 1745; Moravian Chorale Book manuscript, Herrnhut 1735; Johann Thommen’s Christenschatz, 1745.

Lieder mit selber Melodie:

O du Liebe meiner Liebe

O Durchbrecher aller Bande

Schrecklich ist’s, den Zorn sich häufen

Was von außen und von innen

Erstellt am 20. August 2021