Der Herr kennt alle Herzen (Hiller)

Laß der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und fördere die Gerechten; denn du prüfst Herzen und Nieren. (Psalm 7, 10)

Das ist des Unglaubens Art, daß er sein Herz vor Gott verbergen will, als sehe es Gott nicht. Dem Glauben ist’s tröstlich, Gott offenbar zu sein.

Melodie: Valet will ich dir geben

1) Der HERR kennt aller Herzen,
und was darinnen ist.
Im Glauben gilt kein Scherzen,
nicht höflich sein noch List.
Wenn man Ihn will betrügen,
gelingts nicht vor Gericht,
denn Er beschämt die Lügen
und straft sie in dem Licht.

2) Ich bitte, Herr, dies Eine:
Erforsch und prüfe mich,
erfahre, wie ich’s meine;
du kennst mich mehr als ich.
Daß du das Herz ergründest,
das muß ja Gnade sein,
was du nicht lauter findest,
das machst du selber rein.

3) Gib, daß die guten Triebe
kein Schalksaug’ mir verderbt,
und wenn ich glaub’ und liebe
so sei es ungefärbt.
Mein Beten und Geloben
Sei ohne Heuchelei,
und setzt du mich auf Proben,
mach mich im Kreuz getreu.

4) Will mich der Satan reitern*,
so bitte du für mich,
denn du hast mich zu läutern,
mein Herz gehört für dich.
Wenn auch mein Herz mit Schmerzen
von sich verurteilt ist,
so zeige meinem Herzen,
daß du noch größer bist.

*) reitern = sieben

Liedtext: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: 1614, Melchior Teschner (1584-1635)

Quelle:

Lied zum 9. Februar, in: Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, bestehend aus 732 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche. Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt von M. Ph. Friedr. Hiller. Neue, sorgfältig durchgesehene Auflage. Vermehrt mit einem Register über sämmtliche Liederverse.  In zwei Theilen. Stuttgart, bei A.F. Macklot, 1832.

Links und Verweise:

Psalm 7

Audiofiles der Melodie (Teschner, midi + mp3, externer Link zu Hymnary.org)