Albert Knapp (1798-1864)

Albert Knapp (* 25. Juli 1798 in Tübingen; † 18. Juni 1864 in Stuttgart) war ein deutscher Pfarrer, Theologe, (Lieder-) Dichter und Hymnologe und ist bekannt als Begründer des ersten Tierschutzvereins in Deutschland.

Albert Knapp im Jahre 1828

Sein Geburtshaus war das Haus Neckarhalde 12 in Tübingen. Getauft wurde er in der alten ehrwürdigen St. Georgs-Kirche; eine Schwester des bekannten schwäbischen Dichters Ludwig Uhland war seine Patin. An manchen Stellen (z.B. in der Allgemeinen Deutschen Biographie) begegnet man noch dem Irrtum, Knapp sei im Schwarzwaldort Alpirsbach geboren. Doch erst als er zwei Jahre alt war, verzog die Familie Knapp nach Alpirsbach.

Klosterkirche in Alpirsbach

Das romantische, an großartigen Naturschönheiten reiche Schwarzwaldtal und das uralte, architektonisch hochinteressante und durch alte Grabmonumente merkwürdige Kloster machten einen tiefen, bleibenden Eindruck auf das phantasievolle Gemüt des Knaben und sind für die Entwicklung seiner poetischen Anlage sicher bedeutungsvoll gewesen. Rottweil und Tübingen waren weitere Stationen seiner Kindheit und Jugend.

Sein Vater war der Verwaltungsbeamte und Hofgerichtsadvokat Gottfried Gabriel Knapp (1764–1828); seine Mutter, Henriette Knapp geb. Finckh (1775–1827) war die Tochter eines Stuttgarter Hofkammerrats. Albert Knapp durchlief den den damals üblichen Bildungsgang der württembergischen Theologen (niederes und höheres Seminar). In Maulbronn, wo er 1814 in das evangelische Seminar eintrat, verfaßte er bereits Gedichte und dramatische Texte. Zu seinen literarischen Vorbildern zählten Größen wie William Shakespeare, Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Jean Paul und Ludwig Uhland.

1816 begann er sein Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Tübingen. Daneben interessierte er sich besonders für Geschichte, Philosophie und Poesie.

Stationen seines Werdegangs waren: ab 1820 Vikariat in Feuerbach und Gaisburg, von 1825 an Diakon in Sulz am Neckar und ab 1831 in Kirchheim unter Teck. 1836 kam er nach Stuttgart, zunächst an die Hospital-, später an die Stiftskirche und übernahm 1845 als Nachfolger von Stadtpfarrer Gustav Schwab das Amt des Pfarrers der Leonhardskirche.

Albert Knapp schrieb insgesamt ca. 1200 weltliche und geistliche Gedichte sowie Lieder, deren Sprache sich an der Bibel, an Martin Luther und Paul Gerhardt orientiert. Er verfaßte zudem Porträts von Dichtern und Theologen. Viele seiner geistlichen Lieder wurden in Gesangbücher übernommen. Wilhelm Nelle bezeichnete Knapp als den „geistlichen Klopstock des 19. Jahrhunderts“.

Albert Knapp war dreimal verheiratet: seit 1828 mit Christiane von Beulwitz († 1835), seit 1836 mit der Witwe Emilie Osiander († 1849) und seit 1850 mit Minette Lerche († 1897). Er starb am 18. Juni 1864 in Stuttgart im Alter von 65 Jahren. Sein Grab liegt in Stuttgart auf dem Fangelsbachfriedhof in Abteilung 10. Einer seiner Söhne war der spätere Tuttlinger Pfarrer Gotthold Knapp.

Literatur

  • 200 Jahre Liederdichter Albert Knapp. Bericht über den 26. Knappentag. 25. Juli 1998 in Alpirsbach. Knapp, Filderstadt 1998.
  • Karl DienstKnapp, Albert. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 115–116.
  • Martin Knapp: Albert Knapp als Dichter und Schriftsteller. Mohr, Tübingen 1912.
  • M. K.: Das Geburtshaus Albert Knapps, Neckarhalde 12 in Tübingen. In: »Tübinger Blätter«, 11, 1908/1909, S. 46–47, pdf.
  • Arno Pagel: Ehret, liebet, lobet ihn! Aus dem Leben und Schaffen der Liederdichter Hiller, Knapp, Barth und Traub. Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1986, ISBN 3-88002-309-3 (= Telos-Bücher; 2301; Telos erzählende Paperback). (Digitalisat, pdf)
  • Ulrich Parent: Albert Knapps „Evangelischer Liederschatz“ von 1837. Lang, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-8204-0948-3 (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 1; 991).
  • Werner Raupp (Hrsg.): Gelebter Glaube. Erfahrungen und Lebenszeugnisse aus unserem Land. Ein Lesebuch, Metzingen : Ernst Franz-Verlag 1993, S. 236–241, 391 (Einl., Quellentexte, Lit.).
  • Julius Roeßle: Albert Knapp. Schwabens geistlicher Liederdichter. Schmitz, Gießen 1947.
  • Gerhard Schäfer: Knapp, Albert. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 153 f. (Digitalisat).
  • Theodor Schott: Knapp, Albert. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 263–265.
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Bd. II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 404–405.

Quellen:

Seite „Albert Knapp“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. März 2020, 18:15 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Albert_Knapp&oldid=197820322 (Abgerufen: 22. Mai 2020, 20:09 UTC)
Theodor Schott: Knapp, Albert. In: Allgemeine Deutsche Biographie (s.o.)

Verweise:

Albert Knapp: Leben von Ludwig Hofacker, weil. Pfarrer zu Rielingshausen. Mit Nachrichten über seine Familie und einer Auswahl aus seinen Briefen und Circularschreiben. Winter, Heidelberg 1860

Herbstblüthen: Gedichte von Albert Knapp. Steinkopf, Stuttgart 1859 [Digitalisat]

Download der Biographie als pdf (externer Link zur HHU Düsseldorf)

Bildnachweise:

Portrait von Albert Knapp (1828): Johann Michael Holder / Public domain

Klosterkirche in Alpirsbach: Wikimedia Commons, Benutzer: Kerish / CC BY-SA 3.0

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