6. Februar

Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig.
Psalm 45, 14

Welch‘ eine edle Gesinnung wohnt in denen, die geistlich gesinnt sind!  Sie haben Lust am Gesetze Gottes und dienen demselbigen mit dem Gemüte. Sie trachten nicht nach dem, was auf Erden ist, sondern nach dem, was droben ist. Sie lieben Gott und sind bereitwillig, um seinetwillen alles zu meiden, alles zu leiden, alles zu verleugnen, und beweisen dies
wenn es darauf ankommt, auch mit der That. Es sollten nur einmal alle die Hindernisse aus dem Weg geräumt sein, wie herrlich würde ihr Geist herausbrechen, und der niedergehaltene Palmbaum emporschnellen! Nun aber ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber macht lebendig. Wenn das Vollkommene erscheinen wird, hört das Stückwerk auf.  Edel sind die Christen wegen ihres Reichtums, der so bedeutend ist, daß der Herr selbst sagt: du bist reich.  (Off. Joh. 2, 9.)

Ihr seid reich gemacht an allen Stücken, schreibt Paulus den Korinthern, und sagt:  Wir haben alles. Und dieser Reichtum ist über die irdischen Wechselfälle erhaben, er ist unvergänglich. Zwar tragen sie diesen Schatz noch in irdischen Gefäßen, wenn aber Christus ihr Reichtum offenbar werden wird, so werden sie mit ihm offenbar werden in der Herrlichkeit. Sie können alles kaufen, indem sie zugleich so arm sind, daß sie nichts haben. Endlich besitzen sie eine Kraft, vermöge welcher sie in allem weit überwinden und alles vermögen. Vergeblich werden sie mit Krieg überzogen, in allem überwinden sie weit. Keiner hat Ursache zu sagen: Ich bin schwach.

So lange Jesus bleibt der Herr,
Wird’s alle Tage herrlicher;
So war’s, so ist’s, so wird es sein
Bei seiner Blut- und Kreuzgemein‘.

Andacht aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten, Seite 38. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld, im November 1899 (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)

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Es bleibt bei dem bekannten Wort
von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort:
Christi Blut und Gerechtigkeit
bleibt Seiner Kirche Herrlichkeit!

Wir sagen da mit Herz und Mund:
O Lamm, Dein Blut ist unser Grund,
der fest und unbeweglich steht,
wenn Erd‘ und Himmel untergeht.

Du bist und bleibest unser Herr,
der Leitstern deiner Wanderer,
des Gnadenreiches teures Haupt,
dem keiner Feinde Macht sie raubt.

Drum sagen wir mit Herz und Mund:
Dein Blut, o Herr, ist unser Grund,
der fest und unbeweglich steht,
wenn Erd und Himmel untergeht!

Denkt man daran, so weiß man nicht
wie einem recht dabei geschicht,
steht nur so da und sieht dir zu
und denkt: Gekreuzigter, nur du!

Mach deine Boten herrlicher,
Lamm, dir und deinem Volk zur Ehr‘
und gieb mit uns an deinem Heil
der ganzen Welt aus Gnaden Teil!

Liedtext: Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf