Wer ausharrt bis ans Ende

1. Wer ausharrt bis ans Ende,
wird endlich selig sein;
doch treffen harte Stände
noch bis zum Ende ein.
Viel Feinde sind zu dämpfen,
viel Proben durchzugeh’n;
der Glaube muß im Kämpfen
bis an sein Ende steh’n.

2. Nur etlich Gänge wagen
und dann im härt’sten Streit
erst noch am Sieg verzagen
ist nicht die rechte Zeit;
da wird man erst zu Schanden.
Hingegen wer getreu,
dem steht, der beigestanden,
auch bis zum Ende bei.

3. Das frischt uns an, ihr Brüder;
verliert nur nicht den Mut,
legt nicht die Waffen nieder
und fechtet bis auf’s Blut!
Wenn wir nur nicht erliegen
in seiner Gegenwart,
so werden wir doch siegen,
wenn uns die Hand erstarrt.

4. Herr, du kennst meine Schwäche;
nur deiner harre ich.
Nicht das, was ich verspreche,
was du sprichst, tröstet mich.
Richt‘ auf die lassen Hände
und stärk‘ die müden Knie,
und sage mir am Ende:
Die Seligkeit ist hie!

Text: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: Valet will ich dir geben; M. Teschner 1613