Man dankt Dir, Gott, die Offenbarung (Hiller)

Selig ist, der da lieset und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darinnen geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
(Offenbarung 1, 3)

Daß Gott die Offenbarung Christo gegeben, sollen wir mit allem Dank erkennen; daß Jesus sie dem Johannes gegeben, und daß sein Geist zu nötigen Zeiten Verstand davon gibt, auch Gott danken.

Mel.: Wer weiß, wie nahe mir. 190 (38)

1) Man dankt Dir, Gott, die Offenbarung,
Die Jesus Christus ausgestellt;
Sie dient dem Glauben zur Bewahrung,
Bis Hur‘ und Tier und Drache fällt.
O Wohltat! weil doch selig ist,
Wer Jesu Christi Buch recht liest.

2) Da lernt der Glaube freudig hoffen,
Auf das, was Gott bereitet hat;
Da zeigt der Himmel selbst sich offen,
und Neu-Jerusalem, die Stadt;
Da lernen seine Heiligen
Hier in Geduld und Glauben steh’n.

3) Da rechnen sie auf Jahr und Zeiten,
Die Gottes Rat zuvor bestimmt,
Sie sehen schon ihr Heil im weiten,
Und wenn ihr HErr sie zu sich nimmt,
Bis zu dem endlichen Gericht
Der noch verborg’ne Tag anbricht.

4) Das ist ein Werk von Deiner Treue,
O Gott, und Dir sei Lob dafür!
So machst Du frei von Menschenscheue,
Und lehrst die wahre Furcht vor Dir;
So hat auch nach dem Martertum
Gott und das Lämmlein ewig Ruhm.

Liedtext. Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: 1657, Georg Neumark (1621-1681)

Quellen:
Morgen=Andacht zum 19. November, in: M. Magnus Friedrich Roos, württ. Prälaten zu Anhausen Christliches Hausbuch, welches Morgen= und Abend=Andachten auf jeden Tag des ganzen Jahres nebst beigefügten (Hiller’schen) Liedern enthält. Nebst einem Anhange von weiteren Gebeten für zwei Wochen und für einige besondere Fälle. Mit dem Lebensabriß des sel. Verfassers, eingeleitet von seinem Urenkel Repetent Fr. Roos. Mit einem Stahlstich. Stuttgart, 1860. Druck und Verlag von J. F. Steinkopf. Seite 897f. [Digitalisat]
Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, bestehend aus zweimal 366 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche. Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt von M. Ph. Friedr. Hiller, weiland Pfarrer in Steinheim bei Heidenheim. In zwei Teilen. Mit Hillers Lebenslauf sowie einem Verzeichnis der Materien, Bibelstellen und aller Liederverse. Verlag Ernst Franz, Metzingen/Württ., 1904.

Weblinks und Verweise

ChoralmelodieseiteWer weiß, wie nahe mir mein Ende“ (mit 1st. Notensatz, jpg-File, externe Links zu Bach Cantatas Website)

Eingestellt am 5. Januar 2023