Daß Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht (EG 375)

Siegeslied.

1) Daß Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht,
sein wird die ganze Welt.
Denn alles ist nach seines Todes Nacht
in seine Hand gestellt.
Nachdem am Kreuz er ausgerungen,
hat er zum Thron sich aufgeschwungen.
Ja, Jesus siegt, ja, Jesus siegt!

Ja, Jesus siegt! Sei’s, daß die Finsternis
im Trotzen wütend schnaubt,
sei’s, daß sie wähnt, mit ihrem gift’gen Biß
hätt’ sie ihm viel geraubt;
die Seinen läßt in Not und Grämen
sich unser Held doch niemals nehmen.
Ja, Jesus siegt, ja, Jesus siegt!

2) Ja, Jesus siegt, obschon das Volk des Herrn
noch hart darniederliegt.
Wenn Satans Pfeil ihm auch von nah und fern
mit List entgegenfliegt,
löscht Jesu Arm die Feuerbrände;
das Feld behält der Herr am Ende.
Ja, Jesus siegt, ja, Jesus siegt!

3) Ja, Jesus siegt! Seufzt eine große Schar
noch unter Satans Joch,
die sehnend harrt auf das Erlösungsjahr,
das zögert immer noch,
so wird zuletzt aus allen Ketten
der Herr die Kreatur erretten.
Ja, Jesus siegt, ja, Jesus siegt!

4) Ja, Jesus siegt! Wir glauben es gewiß,
und glaubend kämpfen wir.
Wie du uns führst durch alle Finsternis,
wir folgen, Jesu, dir.
Denn alles muß vor dir sich beugen,
bis auch der letzte Feind wird schweigen.
Ja, Jesus siegt, ja, Jesus siegt!

Liedtext: 1852, Johann Christoph Blumhardt (1805-1880)
Melodie: 1875, Dora Rappard (1842-1923); 1662, Johann Rudolf Ahle (1625-1673) “Es ist genug”

Schriftstellen:

Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden (Matth. 28, 18)

Der HERR tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.
 (1. Sam. 2, 6)

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes. (Eph. 6, 12.16)

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HERRN Jesus Christus! (1. Kor. 15, 57)

Verweise:

Friedrich Wilhelm Bautz: Blumhardt, Johann Christoph, Theologe; in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), Band I (1990) Spalten 634-635 (externer Link: Archivfassung vom 19.03.2009 im Web Archive)

Alo Münch: Joh. Chr. Blumhardt – Ein Zeuge der Wirklichkeit Gottes, S. 80. Brunnen Verlag, Gießen 1961 [Digitalisat]

Blumhardts Charakterisierung aus diesem Buch:

JOHANN CHRISTOPH BLUMHARDT (1805-1880) ist einer der großen Zeugen der Wirklichkeit Gottes und seines Reiches. Wer in den Bannkreis dieses Mannes tritt, der merkt früher oder später, daß er in eine geistige Atmosphäre kommt, in der nach an­deren Werten geurteilt, mit anderen Maßstäben ge­messen, mit anderen Kräften gerechnet wird, als es in der Welt sonst üblich ist. Blumhardt lebte in der Welt Gottes, d. h. des Unbegreiflichen, aus dem Glauben an diesen Gott und aus der Erfahrung seiner Wirklichkeit, d. h. aber in der Welt des Wun­ders. Keine Brücke führt aus der Welt des natür­lichen, an das Irdische verhafteten Menschen in diese Welt des Übernatürlichen als einzig und allein der kindlich fromme Glaube. So kann Blumhardt auch nur von den Gläubigen erfaßt und einiger­maßen verstanden werden. Wer zu Johann Chri­stoph Blumhardt kommt, der kommt nicht so sehr zu dem Menschen, der diesen Namen trug, als viel­mehr zu dem gekreuzigten und auferstandenen und als solcher mitten unter uns lebenden Herrn und Heiland Jesus Christus selbst, der durch diesen schlichten und bescheidenen, aber ihm ganz erge­benen Knecht Gottes zu uns gesprochen hat und über seinen Tod hinaus unter uns wirkt.