2. Chronika 33, 6

Und er ließ seine Söhne durchs Feuer gehen im Tal des Sohnes Hinnoms und wählte Tage und achtete auf Vogelgeschrei und zauberte und stiftete Wahrsager und Zeichendeuter und tat viel, was dem HERRN übel gefiel, ihn zu erzürnen. 

Ich hatte in früheren Jahren den alten Evange­listen Schrenk oft von Sünden der Zauberei reden hören in seinen Evangelisationsvorträgen. Davon wußte ich gar nichts. Darum dachte ich: Wie kann der nur so oft von Zaubereisünden sprechen? So et­was gibt’s doch gar nicht mehr in unsrer Zeit! Aber dann erlebte ich es, daß Menschen in meine Sprech­stunden kamen und mir bekannten, daß sie in der Kindheit oder später besprochen worden seien – und daß sie nun von Lästergedanken gequält wür­den. Wenn sie beten oder die Bibel lesen wollten, dann stiege plötzlich ein lästernder Gedanke über den Heiland oder über den Heiligen Geist in ihnen auf. Sie wollten solche Gedanken nicht denken, sie kämen ganz ungewollt. Und nun sage ihnen eine Stimme: „Du hast die Sünde wider den Heiligen Geist begangen. Du hast den Heiligen Geist ge­lästert, nun gibt’s für dich keine Rettung mehr! Nun bist du ewig verloren! Nun mach nur deinem Leben ein Ende!“ Es sei furchtbar, wie stark diese Selbst­mordgedanken würden. Sie könnten sich ihrer nur mit Mühe erwehren. Und andere kamen, die klagten, sie seien zu Kar­tenlegerinnen und Wahrsagerinnen gegangen, und seitdem könnten sie nicht mehr froh werden. Oder sie sprachen von spiritistischen Sitzungen, denen sie beigewohnt hatten, von Tisch-und Gläserrücken, woran sie sich beteiligt hatten, von Horoskopen, die sie sich hatten stellen lassen. Und immer wieder war die Folge ein Bann, der auf dem Leben lastete, daß man seines Lebens nicht froh werden konnte. Je öfter ich solche Bekenntnisse hörte, um so öfter fühlte ich mich innerlich genötigt, in meinen Vor­trägen von diesem dunklen Gebiet zu sprechen. Und immer größer wurde die Zahl derer, die eine Aus­sprache nachsuchten und Hilfe begehrten. So habe ich denn endlich auf Grund von viel mündlicher und schriftlicher Seelsorge mich genötigt gesehen, ein Buch über meine Beobachtungen und Erfahrungen zu schreiben: ,Im Banne des Teufels‘. Eine Auflage ist der andern gefolgt. In verschiedene Sprachen ist das Buch übersetzt worden, ein Zeichen, wie verbreitet diese Sünden der Zauberei in aller Welt sind. Wie oft habe ich mich gefreut, wenn ich ein wenig habe mithelfen dürfen, daß Menschen aus dieser furchtbaren satanischen Gebundenheit frei wurden!“

(Ernst Modersohn)

Quelle:

Hans Bruns: Ernst Modersohn – Ein auserwähltes Werkzeug Gottes. Gießen, 1953