Jenen Tag, den Tag der Wehen (Knapp, Württ. Gesangbuch #538)

Zukunft des Herrn, Gericht, ewiges Leben

1) Jenen Tag, den Tag der Wehen,
Muß die Welt in Brand vergehen,
Wie Prophetenspruch geschehen.

2) Welch Entsetzen vor der Kunde,
Daß der Richter kommt zur Stunde,
Prüfend alles bis zum Grunde!

3) Die Posaun‘ im Wundertone
Sprengt die Gräber jeder Zone,
Sammelt alle vor dem Throne.

4) Erd‘ und Tod wird schau’n mit Beben
Alle Kreatur sich heben,
Antwort vor Gericht zu geben.

5) Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Drin steht alles eingetragen,
Wes die Welt ist anzuklagen.

6) Wenn der Richter also sitzet,
Wird, was dunkel war, durchblitzet,
Vor der Rache nichts beschützet.

7) Ach! wie werd‘ ich Armer stehen,
Wen zum Anwalt mir erflehen,
Wenn Gerechte schier vergehen?

8) Hehrer König, Herr der Schrecken!
Gnade nur deckt unsre Flecken:
Gnade, Gnade laß mich decken!

9) Jesu, milder Heiland, siehe,
Wie ich Ziel war deiner Mühe,
Daß ich jenem Zorn entfliehe.

10) Bist so treu mich suchen gangen,
Hast am Kreuz für mich gehangen;
Nicht umsonst sei Müh und Bangen!

11) Richter mit der heil’gen Waage,
Tilge wider mich die Klage
Vor dem großen Rachetage!

12) Sieh, ich seufze schuldbeladen,
Schamrot über schweren Schaden:
Hör‘ mein Flehen, Gott, in Gnaden!

13) Du, der freisprach einst Marien,
Und dem Schächer noch verziehen,
Hast auch Hoffnung mir verliehen.

14) Mein Gebet gilt nicht so teuer;
Aber laß mich, o du Treuer,
Nicht vergehn im ew’gen Feuer!

15) Zu den Schafen mich geselle;
Fern den Böcken und der Hölle,
Mich zu deiner Rechten stelle!

16) Wenn Verworfne sich entfärben,
Die du hingibst ins Verderben,
Rufe mich zu deinen Erben!

17) Tief im Staub ring‘ ich die Hände;
Zum Zerknirschten, Herr, dich wende!
Herr, gedenke mein am Ende!

Liedtext: Albert Knapp (1798-1864)
(nach Thomas von Celano, um 1250)
Weise: (1748) 1843, Alte katholische Weise des Dies irae
N0. 2, Württembergisches Choralbuch, 3. Auflage 1876
Choralbuch 88 (206)

Lied Nr. 538, in: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, Schmuckausgabe, S. 566f. (Verlagskontor des evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1912)

Schriftstellen:

Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, gleichwie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.
(1. Thessalonicher 5, 3 ELB)

Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich; und es werden Erdbeben sein an verschiedenen Orten, und es werden Hungersnöte und Unruhen sein. Dies sind die Anfänge der Wehen. (Markus 13, 8 ELB)

Alles dieses aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch in Drangsal überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen. (Matthäus 24, 8.9 ELB)

Weblinks und Verweise:

Choralsatz, 4stimmig (1844, pdf)

Gewaltiges steht uns bevor (P. Wilhelm Busch)

Eingestellt am 13. August 2021 – Letzte Änderung am 28. August 2021