Hiob 19, 25+27 (Rappard)

Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben. (Hiob 19, 25)

Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. (Hiob 19, 27)

Ich weiß, daß mein Erlöser lebt… Und meine Augen werden Ihn schauen.

In der Westminster-Abtei in London befindet sich unter all den Denkmälern von Königen, Helden und Künstlern auch das Standbild G. F. Händels, der, wiewohl er seinem deutschen Vaterland treu blieb, in England sein Leben beschloß. Er ist an einem Pulte stehend dargestellt, Feder und Notenpapier in der Hand, mit aufwärts gerichtetem, lauschendem Angesicht, während über ihm ein Engel schwebt und eine Rolle entfaltet mit den Worten und Noten der herrlichen Arie:

„I c h  w e i ß,  d a ß  m e i n  E r l ö s e r  l e b t!“

Hat wohl Hiob eine lichte Himmelsoffenbarung gebabt, als er mitten aus seiner furchtbaren Leidensnacht heraus jene unvergleichlich schönen Worte sprach? Jedenfalls ist eine frohe Ahnung durch seine Seele gegangen, daß der verheißene und erwartete Erlöser, der blutsverwandte Goel seines Volkes, einst auch für ihn eintreten und ihm Leben geben werde nach dem Tod. – Wie gut haben es die Kinder des neuen Bundes, denen durch den auferstandenen Heiland sichere Kunde und eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens geschenkt ist! Ist dieses selige Wissen auch dein? Ist es mehr als ein Wünschen und Hoffen? Kannst du auch sprechen: Mein Erlöser? Freust du dich, Ihn zu schauen?

Ob mich des Todes Grau’n umschwebt,
Ob mich das finstre Tal will schrecken, –
Dein Wort, Herr, ist mir Stab und Stecken;
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!

(Dora Rappard)

Quelle:

CLV Andachten (Archiv)  –  Das Buch Hiob  –  Hiob 19, 25.27

siehe auch die Betrachtung zu Hiob 19, 25 von C. H. Spurgeon


Das Buch Hiob – Übersicht

Eingestellt am 27. April 2026