Lukas 21, 34

Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch;

Kontext (Verse 35 und 36).

»…denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.«

Der Apostel Petrus lehrt uns, dass ein Christ ein solcher Mensch sein muß, der auch im Essen und Trinken Mäßigkeit zeigt. Er darf seinen Leib nicht mit übermäßigem Essen und Trinken beladen und verderben, damit er wach, vernünftig und geschickt zum Beten sei und seinen Beruf verrichten oder seines Amtes walten kann. Wer sich dauernd vollfrißt und täglich betrinkt, der kann weder zum Beten noch zu anderen christlichen Sachen geschickt sein, ja, er taugt auch sonst zu nichts. Hier wäre wohl noch eine besondere Predigt und Vermahnung für uns, die wüsten Deutschen, gegen die Völlerei und Trunkenheit nötig. Aber woher sollte man eine Predigt nehmen, die stark und kräftig genug wäre, dem schändlichen Freß- und Saufteufel zu wehren? Denn das ist leider wie ein Wolkenbruch und eine Sündflut bei uns eingerissen und hat bei höheren und niederen Ständen alles überschwemmt. Darum ist alles Predigen und Ermahnen viel zu schwach, und die meisten schweigen schon ganz still, weil doch niemand darauf hört, sondern nur darüber gelacht wird. Darum haben schon die Apostel und Christus selbst verkündigt, daß am Ende der Welt solche Zeiten herrschen werden. Deshalb werden die Christen vermahnt: »Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und [daß nicht] komme dieser Tag schnell über euch.«

(Martin Luther)

Betrachtung zum Vers von Aiden Wilson Tozer (externer Link zu evangeliums.net)