Die Welt kommt einst zusammen

Wir müssen Alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor. 5, 10)

Das sollen wir uns in unserm Tun und Lassen immer vor Augen stellen, damit wir das Arge hassen und dem Guten anhangen.

1) Die Welt kommt einst zusammen
im Glanz der ew’gen Flammen
vor Christi Richterthron.
Dann muß sich offenbaren,
wer die und jene waren!
Sie kennt und prüft des Menschen Sohn!

2) Der Gräu’l in Finsternissen,
Das Brandmaal im Gewissen,
Die Hand die blutvoll war,
Das Aug‘ voll Ehebrüche,
Das frevle Maul voll Flüche,
Das Herz des Schalks wird offenbar.

3) Das Fleh’n der armen Sünder,
Das Tun der Gotteskinder,
Die Hand, die milde war,
Das Aug‘ voll edler Zähren,
Der Mund voll Lob und Lehren,
Des Christen Herz wird offenbar.

4) Wo wird man sich verstecken?
Was will die Blöße decken?
Wer schminkt sich da geschwind?
Wen kann die Lüge schützen?
Was wird ein Werkruhm nützen?
Da sind wir alle, wie wir sind!

5) Herr, diese Offenbarung
drück‘ Du mir zur Bewahrung
beständig in den Sinn,
daß ich auf das nur sehe,
ich gehe oder stehe,
was ich vor Deinem Auge bin!

Text: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: „Nun ruhen alle Wälder“  31 (32)

Quelle: Hiller, Philipp Friedrich, Pfarrer in Steinheim bei Heidenheim: Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, Zweiter Teil, zum 2. Januar, bei J.B. Müller, Stuttgart 1833

Notensatz bei hymnary.org