Alle, die sich Menschen nennen

1) Alle, die sich Menschen nennen,
Lernet doch den Adel kennen,
Den der Mensch von Jesu hat.
Jesus, als ein Kind geboren,
Bracht uns wieder, was verloren,
Ehre an der Schande Statt.

2) Wie Er Menschheit angenommen,
Wird Er zum Gericht auch kommen,
Sichtbar als des Menschen Sohn.
Alles Auge wird Ihn sehen,
Auch den Stich, am Kreuz geschehen,
Herrlich auf des Vaters Thron.

3) Lasset doch den Sohn uns küssen;
Betet an zu seinen Füßen,
Dankt Ihm für den Ehrenstand.
Glaubt Ihm, ehret sein Befehlen;
Liebt Ihn, laßt Ihm eure Seelen,
Denn sein Zorn ist bald entbrannt.

4) Er macht los von Satans Ketten,
Er kann von dem Tode retten,
Er macht von der Sünde frei.
Haßt man Ihn, so ist kein Zweifel,
Daß man noch ein Sklav‘ vom Teufel,
Noch ein Knecht der Sünde sei.

5) Mach mein Herz zum Wappenschilde,
Zier es, HErr, mit Deinem Bilde,
Schreib ihm Deinen Namen ein,
Und zum Zeichen Deines Stammes,
Laß es rot im Blut des Lammes,
Weiß in Deiner Unschuld sein.

6) Lieber wär ich nie geboren,
Als wenn ich als Mensch verloren,
Und ein Kind der Hölle bin.
Stell mich einst zu Deiner Rechten
In der Zahl von Deinen Knechten,
Ewig Dir zu dienen, hin.

Text: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: 1738, Alles ist an Gottes Segen (EG 352, bei Joh. Adam Hiller, 1793)

Schriftstelle:

Der Vater hat dem Sohne Macht gegeben, auch das Gericht zu halten,
darum daß Er des Menschen Sohn ist. (Joh. 5, 27)

Das ist Ehre für uns Menschen.

Quelle: Hiller, Philipp Friedrich, Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, Zweiter Teil, S. 59, zum 28. Februar, bei J.B. Müller, Stuttgart 1833