Deutsche Zeltmission

Die Deutsche Zeltmission e. V. (dzm) ist ein freies christliches Missionswerk evangelikaler Prägung mit Sitz in Siegen, das maßgeblich zur Etablierung der Zeltmission in Deutschland beigetragen hat.

1902 gründete der Evangelist Jakob Vetter (1872-1918) die Deutsche Zeltmission [1]. Die Idee, in einem Zelt zu vielen Menschen zu reden, wurde während einer Englandreise im Juli und August 1899 geboren, wo Vetter Veranstaltungen in einem Missionszelt erlebte [2]. In Gesprächen mit Otto Stockmayer wurde von Vetter der Gedanke weiter erörtert und dann in den Zeltplan umgesetzt. Seit 1904 hat die Zeltmission ihren Sitz in Geisweid bei Siegen. Die erste deutsche Zeltmission fand am 27. April 1902 auf der Anhöhe Tersteegensruh – benannt nach Gerhard Tersteegen – bei Mülheim an der Ruhr statt. Bereits 1905 erfolgte die Anschaffung eines zweiten Zeltes. Es war größer als das erste und konnte bis zu 3.000 Menschen fassen. Fünf Jahre nach Gründung betrieb die Deutsche Zeltmission fünf Zeltkirchen, die deutschlandweit, aber auch in den Niederlanden und in der Schweiz eingesetzt wurden. Die ersten Evangelisten der Deutschen Zeltmission waren neben Jakob Vetter die Evangelisten Jonathan Paul, Ludwig Henrichs und Fritz Binde.

Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. In den 1920er Jahren wurde sie unter der Leitung des ostpreußischen Evangelisten Ernst Krupka wieder aufgenommen. Durch die kriegsbedingten politischen und sozialen Umwälzungen kam es zu einem Interesse breiter Volksschichten an den Zeltabenden. Widerstand entstand von entkirchlichten und politischen Gruppen, die die Zeltarbeit auch durch tätliche Angriffe störten.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Tätigkeit der Zeltmission zwar überwacht, aber geduldet. Der Zweite Weltkrieg brachte die Zeltarbeit zum völligen Erliegen. Sie wurde aber in Westdeutschland – zum Teil mit ausländischer Hilfe – ab 1947 wieder aufgebaut.

Heute ist der Verein ein Dienstleister für christliche Gemeinden und Organisationen. Mit zwei Zeltpavillons, dem dzm-Jubiläumszelt und einer großen Festzelthalle, einem umfangreichen und modularen Konzept für Veranstaltungen stellt die Deutsche Zeltmission viele Möglichkeiten für ihre Arbeit zur Verfügung. Das Missionswerk trägt sich allein durch Spenden. Außerdem wurden Konzepte für Veranstaltungen ohne Zelt mit ins Programm aufgenommen.

Leitung

Geschäftsführer ist seit Januar 2015 Tobias Lang, der nach knapp zehn Jahren Thomas Röger ablöste [3]. Missionsleiter war von 2006 bis 2018 Mathias Lauer [4].

Literatur

  • Hans Brandenburg: Art.: Zeltmission. In: Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 1962, VI. Band, Sp. 1894.
  • Ludwig Henrichs: Etliche zu Evangelisten. Beiträge zur Frage der Evangelisation. Bücherei Montanus, Barmen 1922.
  • Wolfgang Putschky: Seine Gnade reicht aus – Aus dem Leben Jakob Vetters. Verlag: Johannis, Lahr/Schwarzwald 2002, ISBN 3-501-01429-5
  • Paulus Scharpff: Geschichte der Evangelisation. 300 Jahre Evangelisation in Deutschland. Brunnen-Verlag, Gießen 1964, ISBN 3765522147.
  • Jakob Vetter: Gottes Fußspuren in der Zelt-Mission. Zelt-Missionsbuchhandlung, Geisweid i.W. 1907.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Reinhard Hempelmann (Hrsg.): Handbuch der evangelistisch-missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden. Völlig neu bearbeitete Ausgabe. Christliches Verlags-Haus, Stuttgart 1997, ISBN 3-7675-7763-1, S. 121.
  2. Marie Vetter: Evangelist Jakob Vetter. Ein Lebensbild. Verlag der Deutschen Zeltmission u. a., Geisweid i. W. u. a. 1922, S. 64.
  3. Wechsel in der DZM-Geschäftsführung, die-mobile-mission.de, abgerufen am 31. Januar 2015.
  4. Missionsleiter Mathias Lauer verlässt die Deutsche Zeltmission. idea.de, Meldung vom 30. April 2018.
Quelle: Seite „Deutsche Zeltmission“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Mai 2021, 13:32 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Deutsche_Zeltmission&oldid=212349369 (Abgerufen: 28. Juni 2021, 18:59 UTC)