Frieden, hohen Gottesfrieden (Baumann)

1) Frieden, hohen Gottesfrieden,
Hast du, Herr, in deinem Wort
Ueberfließend uns beschieden
Hier an diesem Friedensort,
Den du deinem hohen Namem
Hast zur Wohnung hingestellt,
Da zu segnen deinen Samen,
Der den Bund des Friedens hält.

2) Friedefürst, komm hier uns nahe,
Tritt in unsre Mitt’ herein,
Hier mit deiner Huld umfahe
Die versöhnete Gemein’
Und daß mächt’gen Wasserströmen
Unser Friede werde gleich,
Laß das hohe Wort vernehmen,
“Friede, Friede sei mit euch.”

3) Des Gesetzes Donnerstimme
Quäle hier kein armes Herz,
Das sich aus des Fluches Grimme
Ernstlich sehnet himmelwärts.
Tue solche müde Seelen
Hier mit deinem Frieden an,
Und laß nie, was Not ist, fehlen,
Pilgern auf der schmalen Bahn.

4) Laß auch hier der Hallen eine
An dem großem Tempel sein,
Den der neuen Bund’sgemeine
Durch dein Blut du weihtest ein
Und wie sich in jenem alten
Gottes Herrlichkeit ließ sehn,
So laß hier mit mächt’gem Walten
Deines Geistes Odem wehn.

5) Zeichne hier dir viele Namem
In das Buch des Lebens ein,
Die mit dem erwählten Samen
Ihre Kleider machen rein.
Die, vom ewigen Verderben
Freigemacht durch deine Hand
Dort als deines Reiches Erben
Ewig blühn im Heimatland.

6) Dort mischt nimmer, wie hiemieden
Mit der Ruhe sich die Qual,
Wir genießen ew’gen Frieden
Dort bei deinem Freudenmahl,
Schauen auch, geziert mit Palmen
Dich, der uns so hoch erhob,
Singen dann in ew’gen Psalmen,
Jesu, Friedefürst, dein Lob!

Liedtext: Gottlob Baumann (1794-1856)
Melodie: Freylinghausen, Halle 1704 “O Durchbrecher aller Bande”

Quelle:

Lied Nr. 311, Evangelisches Gesangbuch. Herausgegeben von M. Albert Knapp, Stadtpfarrer zu St. Leonhard in Stuttgart. Leipzig, Verlag von Karl Tauchnitz, 1856.