Karl August Auberlen (1824-1864)

Karl August Auberlen (auch Carl August Auberlen) war ein aus Württemberg stammender lutherischer Theologe.

Er war ältester Sohn von Wilhelm Amandus Auberlen, der in Fellbach bei Stuttgart Schulmeister und Organist war. Seine Mutter war die Tochter des Literaturhistorikers Wolfgang.

Auberle besuchte nach der Ausbildung im väterlichen Schulunterricht das Pädagogium zu Esslingen (das heutige Georgii-Gymnasium), dann das Seminar in Blaubeuren und studierte ab 1841 am Evangelischen Stift in Tübingen Philosophie und Theologie, wo er Mitglied der Stundentenverbindung Normannia Tübingen wurde. Abgestoßen von der damals vorherrschenden kritisch-spekulativen Richtung wandte er sich unter dem Einfluß seines Lehrers Johann Tobias Beck (1804-1878) den alten württembergischen Theologen der von Johann Albrecht Bengel (1687-1752) begründeten Schule zu und vertiefte sich in die Schriften Friedrich Christoph Oetingers (1702-1782).

Sein Vikariat absolvierte Auberlen bei Wilhelm Hofacker in Stuttgart und verfasste in dieser Zeit sein Erstlingswerk Die Theosophie Friedrich Christoph Oetingers (erschienen 1847). Eine wissenschaftliche Reise durch Norddeutschland, Belgien und Holland mit längerem Aufenthalt in Berlin diente der Erweiterung seines Gesichtskreises und zur Anknüpfung persönlicher Beziehungen. 1849–1851 war er Repetent am Evangelischen Stift in Tübingen, eine Stelle, die ihm Gelegenheit zu erster akademischer Lehrtätigkeit gab und zur weiteren Ausbildung seiner biblisch-theologischen und theosophischen Richtung beitrug. In den Jahren 1851–1864 hatte er als Nachfolger Becks die außerordentliche theologische Stiftungs-Professur in Basel inne (dort 1861 Dr. theol. h.c.), wo er schließlich nach vierjährigem Nervenleiden verstarb.

Grabstein Auberlen

Seine letzte Ruhestätte fand Karl August Auberlen im Gottesacker in Riehen im Grab seiner Tochter, der Diakonisse Helene Claus-Auberlen (1854–1946), Oberschwester des Diakonissenhauses Riehen (Basel) [2].

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Auberlen, Karl August. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 266.
  • Michael Raith: Auberlen, Carl. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Werner Raupp: Auberlen, Carl August. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 1, Mohr-Siebeck, Tübingen 1998, Sp. 910.
  • Julius August Wagenmann: Auberlen, Karl August. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 632.
  • Leichenrede, gehalten bei der Beerdigung von Herrn Carl August Auberlen, der Theologie Doctor und Professor, den 4. Mai 1864 zu St. Peter, durch C. J. Riggenbach, Dr. u. Prof., sammt einem Lebensabriß des Verstorbenen von W. F. Geß, Dr. u. Prof.
    Druck von Balmer und Riehm in Basel. [Digitalisat]

Werke

  • Die Theosophie Friedrich Christoph Oetingers. Ein Beitrag zur Dogmengeschichte und Geschichte der Philosophie, Tübingen 1847. [698 S., Digitalisat bei Digitale Sammlungen/BSB)
  • Der Prophet Daniel und die Offenbarung Johannis. In ihrem gegenseitigen Verhältniß betrachtet und in ihren Hauptstellen erläutert. Mit einer Beilage von M. Fr. Roos.
    Zweite Auflage. Basel, Bahnmaier’s Buchhandlung (C. Detloff), 1857. [Digitalisat];
    Dritte Auflage. Basel, Bahnmaier’s Verlag, 1874. [Digitalisat]
  • Die biblische Lehre vom Reich Gottes in ihrer Bedeutung für die Gegenwart, Basel 1859.
  • Schleiermacher: ein Charakterbild. Bahnmaier, Basel 1859. urn: nbn:de:gbv:9-g-4880825 (Digitalisat in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)
  • Apologetische Vorträge zur Verantwortung des Glaubens, 1860.
  • Die beiden Briefe Pauli an die Thessalonicher. Zweite, durchgesehene Auflage (mit C. J. Riggenbach). Verlag von Velhagen und Klasing, Bielefeld und Leipzig, 1864.
    [Digitalisat]
  • Beiträge zu christlicher Erkenntniß, Basel 1865.
  • Die göttliche Offenbarung. Ein apologetischer Versuch (Band 1, Basel 1861).
    [Digitalisat]
    Zur Lehre vom Menschen als religiösem Wesen (Band 2, Bahnmaier, Basel 1864)

Quellen:

Wikipedia (DE)