Wie herrlich ist´s, ein Schäflein Christi werden

1) Wie herrlich ist´s, ein Schäflein Christi werden
und in der Hut des treusten Hirten stehn!
Kein höh’rer Stand ist auf der ganzen Erden,
als unverrückt dem Heiland nachzugehn.
Was alle Welt nicht geben kann,
trifft solches Schäflein stets bei seinem Hirten an.

2) Hier findet es die angenehmsten Auen,
hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt.
Kein Auge kann die Gaben überschauen,
die es allhier in reicher Menge schmeckt.
Hier wird ein Leben mitgeteilt,
das unverwelklich ist und nie vorübereilt.

3) Wie läßt sich’s da so froh und ruhig sterben,
wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt!
Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben,
sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt.
Büßt’ gleich der Leib die Regung ein,
so wird die Seele doch kein Raub des Mörders sein.

4) Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen,
wenn gleich vor Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt.
Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden,
weil der allmächtig ist, an den es glaubt.
Es kommt nicht um in Ewigkeit
und wird im Todestal von Furcht und Fall befreit.

5) Wer leben will und gute Tage sehen,
der wende sich zu dieses Hirten Stab.
Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen,
da ihm die Welt vorhin nur Treber gab;
hier wird nichts Gutes je vermißt,
dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist.

6) Doch ist dies nur der Vorschmack größ’rer Freuden;
es folget noch die lange Ewigkeit;
da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden,
wo der kristall’ne Strom das Wasser beut.
Da siehet man erst klar und frei,
wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei.

Liedtext: Johann Jakob Rambach (1693 – 1735)
Melodie: Christian David Friedrich Palmer (1811-1875)

Verweise:

Notenblatt, 4stimmig       (externer Link zu liederindex.de)

Audiodatei      (externer Link zu liederindex.de)