Mich Staub vom Staube führt mein Lauf (v. Meyer)

Begräbnislied.

Mel.:  “Auf, Christenmensch”

1) Mich Staub vom Staube führt mein Lauf
Zum dunkeln Grabe nieder.
Doch die Verklärung hebt mich auf
mit glänzendem Gefieder.
Wie ist der Leib der Sünde schwer!
O daß ich schon unsterblich wär!

2) Hier zähl ich meiner Stunden Zahl
Und meiner Tage Sorgen,
Dort öffnet sich mir ohne Qual
Ein wandelloser Morgen.
Die Ewigkeit ist still und hehr:
O daß ich schon unsterblich wär!

3) Hier blühen Blumen und vergehn,
Hier modern edle Früchte;
Dort wird Verwestes auferstehn,
Im heilgen Lebenslichte,
Dort ist der Freuden Wiederkehr:
O daß ich schon unsterblich wär!

4) Hier rinnt ein Quell, sein Wasser stirbt
vom Frost und von der Hitze,
Dort fließt ein Strom, der nie verdirbt
von unsers Gottes Sitze;
Dort ist der Wonne grundlos Meer,
O daß ich schon unsterblich wär!

5) Hier bildest du den schwachen Ton,
Zu dem verborgnen Leben,
Dort wirst du, Herr, vor deinem Thron
Die Herrlichkeit ihm geben.
O daß ich in der Engel Heer,
Schon jetzt, schon jetzt unsterblich wär!

Liedtext: Johann Friedrich von Meyer (1772-1849)
Melodie: 1605, Bartholomäus Gesius; 1628, Johann Hermann Schein
“Mir nach, spricht Christus, unser Held”

Quelle:

Lied Nr. 693: Evangelisches Gesangbuch, S. 498. Herausgegeben von M. Albert Knapp, Stadtpfarrer zu St. Leonhard in Stuttgart. Verlag von Karl Tauchnitz, Leipzig 1855. [Digitalisat]

Weblinks und Verweise:

Johann Friedrich von Meyer bei Wikipedia (DE)

Liedeintrag bei Hymnary.org

Lied Nr. 620: Gesangbuch für die Evangelische Kirche in Württemberg, S. 400f. Verlags-Comptoir des neuen evangelischen Gesangbuchs, Stuttgart 1873.

Lied Nr. 675: Deutsches Gesangbuch für die Evangelisch-Lutherische Kirche in den Vereinigten Staaten. Herausgegen mit kirchlicher Genehmigung, J. E. Stohlmann / John G. Maier, New York/Philadelphia, U.S.A., 1892. [Digitalisat]