Von Satans tausend Listen (Hiller)

Ich fürchte, daß nicht eure Sinne verrücket werden von der Einfältigkeit in Christo.
2. Korinther 11, 3

Diese Furcht ist zu unsern Zeiten sehr nötig. Einfalt auf Christum ist über allen Witz.

Weise: Herr Jesu, Gnadensonne

1) Von Satans tausend Listen
wird uns der Fall gedroht.
Was dient uns da, ihr Christen?
Die Einfalt ist uns not!
Laßt uns auf Jesum sehen,
kein Auge von ihm drehen,
von ihm nicht bis zum Tod.

2) Ist doch kein anders Leben,
ist doch kein anders Licht,
ist doch sonst kein Vergeben,
sonst keine Gnade nicht.
Kein Weg, zu Gott zu kommen,
kein Hoffen für die Frommen,
kein Retter im Gericht.

3) Was uns vom Leben führet,
führt in den Tod gewiß,
und wer dies Licht verlieret,
tappt in der Finsternis.
Sprecht bei der List der Schlangen:
An Jesu will ich hangen,
ich weiß sonst nichts als dies.

4) Herr, daß ich Einfalt habe,
den Weltwitz zu verschmäh’n,
Das ist nur deine Gabe,
um diese will ich fleh’n.
O mach durch deine Gnade
mein Auge nur gerade,
Auf dich allein zu seh’n.

5) Da schmerzt mich kein Verlachen,
man heiß’ mich dumm und blind,
Ich weiß und hoff doch Sachen,
die Engeln wichtig sind.
Darf ich nur Jesum kennen,
darf ich Gott Vater nennen,
So erb ich auch als Kind.

Liedtext: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Melodie: Enchiridion, Erfurt 1524 “Herr Christ, der einig Gotts Sohn”

Links und Verweise:

Notensatz, 4stimmig, ohne Text (Erfurt 1524, pdf, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofiles der Melodie (midi, mp3, externer Link zu Hymnary.org)