O Jesu, meines Lebens Licht (Tersteegen)

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O Jesu, meines Lebens Licht (arr. M. Praetorius) · Das Solistenensemble
Album: Gott ist gegenwartig ℗ 2005 haenssler CLASSIC · Gerhard Schnitter

Morgenlied.

1) O Jesu, meines Lebens Licht,
Nun ist die Nacht vergangen;
Mein Geistesaug’ zu Dir sich richt’t,
Dein’n Anblick zu empfangen.

2) Du hast, da ich nicht sorgen konnt’
Mich vor Gefahr bedecket,
Und auch vor andern mich gesund
Nun aus dem Schlaf erwecket.

3) Mein Leben schenkst Du mir aufs neu,
Es sei auch Dir verschrieben,
Mit neuem Ernst, mit neuer Treu,
Dich diesen Tag zu lieben.

4) Dir, Jesu, ich mich ganz befehl;
Im Geiste dich verkläre!
Dein Werkzeug nur sei meine Seel!
Den Leib bewahr’ und nähre!

5) Durchdring mit Deinem Lebenssaft
Herz, Sinne und Gedanken,
Bekleide mich mit Deiner Kraft,
In Proben nicht zu wanken!

6) Mein treuer Hirte, sei mir nah,
Steh immer mir zur Seiten;
Und wann ich irre, wollst Du ja
Mich wieder zu Dir leiten.

7) Sei du alleine meine Lust,
Mein Schatz, mein Trost und Leben!
Kein andres Teil sei mir bewußt;
Dir bin ich ganz ergeben.

8) Zeig mir in jedem Augenblick,
wie ich Dir soll gefallen;
zieh mich vom Bösen stets zurück,
regiere mich in allen!

9) Gib, daß ich meinen Wandel führ’
im Geist in Deinem Lichte
und als ein Fremdling lebe hier
vor Deinem Angesichte!

10) Ach halt mich fest mit Deiner Hand,
Daß ich nicht fall’ noch weiche;
zieh stets mich durch der Liebe Band,
bis ich mein Ziel erreiche!

Liedtext: Gerhard Tersteegen (*1697, †1769)
Musik: Michael Prätorius (*1571, †1621)
Andere Weisen: “Erheb, o Seele”, “Gott ist mein”

Quelle:

Lied Nr. 69, Morgen- und Abendlieder, S. 114f, in: Christliches Hausbüchlein, von Pfarrer Gottlob Baumann in Kemnat. Eine Sammlung meist alter, bewährter Gebete und Lieder, besonders über die Heilsordnung. 15. Auflage, Stuttgart 1910.

Weitere Strophen:

Drück deine Gegenwart mir ein,
Bewahr’ mich eingekehret,
Daß ich dir innig bleib’ gemein,
In allem ungestöret.

Mein Denken, Reden und mein Tun
Nach deinem Willen lenke,
Zum Gehen, Stehen, Wirken, Ruh’n
Mir stes was not ist, schenke.

Da sei mein Wille gänzlich dir
In deine Macht ergeben,
Laß mich abhänglich für und für,
Und dir gelassen leben.

Laß mich mit Kraft und williglich,
Mir selbst und allem sterben;
Zerstör’ du selber völliglich
Mein gründliches Verderben.

Nimm ein, du reine Liebesglut!
Mein alles dir alleine,
Sei du nur, o vergnügend’ Gut,
Mein Vorwurf den ich meine.

Quelle:

Lied #A23, in: Ein Unpartheyisches Gesang-Buch: enthaltend geistreiche Lieder und Psalmen, zum allgemeinen Gebrauch des wahren Gottesdienstes auf Begehren der Brüderschaft der Menoniten Gemeinen. Georg und Peter Albrecht, Lancaster (Hrsg.), Old Order Amish Mennonite Church, Penn./U.S.A, 1808.

Weblinks und Verweise:

Liedeintrag bei Hymnary.org

Notensatz, 4stimmig (Prätorius, pdf und png, externer Link zu liederindex.de)

Audiofile der Melodie (Prätorius, mp3, externer Link zu liederindex.de)

Lied Nr. 491: Reichslieder 1931/51

Erstellt am 31. Mai 2021