Es müssen ja auch Rotten sein

1) Es müssen je auch Rotten sein,
Das macht uns kein Gewirre;
An solchen offenbart sich fein,
Wer recht geh und wer irre.
Die Gnade macht die Seelen fest,
Daß man sich Andre trennen läßt
Und bleibt an JEsu hangen.

2) Das Wort und Christus in dem Wort,
Das soll mein Leitstern bleiben;
Was davon führt, das gehe fort,
Mich soll es nicht abtreiben.
So bleibt mein Herz in seiner Ruh;
Das Wort führt mich dem Sohne zu,
Der Sohn mich zu dem Vater.

3) Nur Er soll mir zur Weisheit sein,
Sonst acht’ ich keiner Gaben;
Er zur Gerechtigkeit allein,
Die ich vor GOtt kann haben;
Er ein’ig mir zur Heiligung,
Und nach des Worts Versicherung
Er selber zur Erlösung.

4) Nur diese Wahrheit macht mich frei,
Die ist’s, auf die ich sterbe,
Sein Geist lehrt sie und zeugt dabei,
Daß ich mit Christo erbe.
Es schwärmen Rotten her und hin;
Wenn ich auf diesem Felsen bin,
So kann mein Bau nicht fallen.

Schriftstelle:

Es müssen Rotten unter euch sein, auf daß die, so da rechtschaffen sind, offenbar werden unter euch. (1. Kor. 11, 1)

Die vielerlei Rotten sollen uns nicht bewegen. Dadurch wird Gold von Schlacken geschieden.

Liedtext: Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)
Meodie: O Gottes Sohn Herr Jesu Christ; Allein Gott in der Höh sei Ehr

Quelle: Hiller, Philipp Friedrich, Pfarrer in Steinheim bei Heidenheim: Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes, Zweiter Teil, zum 2. September, bei J.B. Müller, Stuttgart 1833