Es ist genug (Burmeister, Württ. Gesangbuch 1912 #513)

Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise und kam hinein und setzte sich unter einen Wacholder und bat, daß seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser denn meine Väter. (1. Könige 19, 4)

1) [1] Es ist genug!
So nimm, Herr, meinen Geist
zu Zions Geistern hin;
lös auf das Band, das allgemach schon reißt;
befreie meinen Sinn,
der sich nach seinem Gotte sehnet,
der täglich klagt, der nächtlich tränet:
Es ist genug!

-) [2] Es ist genug
des Jammers, der mich drückt!
Des Adams Apfelgier, das Sündengift,
hat kaum mich nicht erstickt;
nichts Gutes wohnt in mir.
Was kläglich mich von Gotte trennet,
was täglich mich beflecket nennet,
des ist genug!

2) [3] Es ist genug
des Kreuzes, das mir fast
den Rücken wund gemacht;
Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last!
Ich schwemme manche Nacht
mein hartes Lager ganz mit Tränen.
Wie lang, wie lange muß ich sehnen?
Wann ist’s genug?

3) [4] Es ist genug,
wenn nur mein Jesus will;
er kennet ja mein Herz;
Ich harre sein und halt indessen still,
bis er mir allen Schmerz,
der meine sieche Brust zernaget,
abnimmt und endlich zu mir saget:
Es ist genug.

4) [5] Es ist genug!
Herr, wenn es Dir gefällt,
so spanne mich doch aus!
Mein Jesus kommt;
Nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmelshaus;
ich fahre sicher hin in Frieden,
mein großer Jammer bleibt danieden.
Es ist genug.

Liedtext: Franz Joachim Burmeister (1633-1672)
Melodie: 1662, Johann Rudolf Ahle (1625-1673)
Daß Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht
Satz: Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Weblinks und Verweise

Liedeintrag bei Bach Cantatas Website

Liedeintrag bei liederindex.de mit Notensatz, 4stimmig

Audiofile der Melodie (Ahle, mp3, externer Link zu liederindex.de)

Audiofile, Orgel (Ahle, mp3, externer Link zu evangelisches.online/)