Immer muß ich wieder lesen (Hensel)

1) Immer muß ich wieder lesen
in dem alten, heil’gen Buch,
wie Sein Herz so treu gewesen,
ohne Sünd und ohne Trug.

2) Wie Er hieß die Kindlein kommen,
wie Er hold sie angeblickt
und sie auf den Arm genommen,
und an Seine Brust gedrückt.

3) Wie Er Hilfe und Erbarmen
allen Kranken gern erwies,
und die Schwachen und die Armen
ohne Rettung nie entließ.

4) Wie er keinem Sünder wehrte,
der bekümmert zu ihm kam,
huldreich stets sich zu ihm kehrte,
ihm die Last vom Herzen nahm.

5) Immer muß ich wieder lesen,
les und freue mich nicht satt,
wie der Herr so treu gewesen,
wie Er uns geliebet hat.

6) Hat die Herde sanft geleitet,
die sein Vater ihm verlieh’n
hat die Arme ausgebreitet,
alle an sein Herz zu zieh’n.

7) Laß mich knien zu deinen Füßen,
Herr, die Liebe bricht mein Herz
Laß in Tränen mich zerfließen,
Selig sein in Wonn’ und Schmerz.

Liedtext: Luise Hensel (1798-1876)
Melodie: Johann Heinrich (Iwan Karlowitsch) Tscherlitzky (1799-1867)
Andere Melodie: J. F. Reichardt (1752-1814)

Lied# 10: Sammlung älterer, meist unbekannter Choräle und Melodieen zu Kirchenliedern, vierstimmig gesetzt und zunächst für den Gebrauch des neuen württembergischen Gesangbuchs herausgegeben von Christoph Blumhardt, Pfarrer in Möttlingen bei Calw. Erste Abtheilung (Nr. 1–100, Melodieen zu drei- bis sechszeiligen Liedern). Stuttgart, Verlag der J. F. Steinkopf’schen Buchhandlung. 1843.

Lied# 292, aus: Evangeliums-Lieder 1 und 2 (Gospel Hymns), The Biglow & Main Company (publisher), Chicago 1897

Verweise:

Notensatz, 4stimmig (pdf, Tscherlitzky, externer Link zu liederindex.de)

Audiofile der Melodie (externer Link zu liederindex.de)

Notensatz, 4stimmig (externer Link zu Hymnary.org)