Helmuth L. Egelkraut (1938-2018)

Helmuth L. Egelkraut (* 2. Mai 1938 in Hofheim; † 2. November 2018 in Weissach im Tal) war ein deutscher evangelischer Theologe evangelikaler Prägung, Pfarrer der Württembergischen Landeskirche, Missionar, emeritierter Professor für Theologie und Missiologie, Historiker und Autor etlicher theologischer Fach- und Sachbücher.

Leben

Egelkraut wuchs zusammen mit zwei Brüdern auf dem elterlichen Bauernhof auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er von 1958 bis 1960 ein Studium zum Agrar-Dipl.-Ing. (FH). Durch einen Kommilitonen fand er 1959 zum Glauben und entschloß sich 1960 zu einer theologischen Ausbildung am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission. Am Nyack Missionary College und am Gordon Conwell Theological Seminary bei Boston, wo er 1965/1966 als Deutschlehrer tätig war, absolvierte er von 1964 bis 1966 ein Studium zum Master of Divinity. Im Dezember 1966 wurde er in der West Peabody Congregational Church ordiniert. Ab 1970 folgte sein Promotionsstudium am Princeton Theological Seminary, wo er in dieser Zeit als Wissenschaftlicher Assistent tätig war. 1973 promovierte er dort mit einer Dissertation über Jesus‘ mission to Jerusalem: a red. crit. study of the travel narrative in the Gospel of Luke, Lk 9,51 – 19,48 zum Doktor der Theologie [1].

Von 1967 bis 1970 arbeitete Egelkraut im Auftrag der Liebenzeller Mission und der South Sea Evangelical Mission als Missionar in Papua-Neuguinea und auf der Insel Manus. In Brugam in Ostsepik (Papua-Neuguinea) lehrte er an einer Bibelschule, deren zeitweiliger Leiter er war. Zwischen 1971 und 1973 engagierte er sich neben seinem Promotions-Studium in der Gemeinde der Deutsch-Lutherischen Kirche im Osten von New York City. Von 1973 bis 1977 war er Dozent für Neues Testament, Ethik und Missiologie am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission in Liebenzell, wo er ab 1975 die Fortbildungskurse für Missionare organisierte. Diese Arbeit führte 1979 zur Gründung des Seminars für Missionarische Fortbildung im Monbachtal, der heutigen Akademie für Weltmission in Korntal. Dort wirkte er zwischen 1990 und 2017 als Dozent, zuvor ab 1987 als Gastdozent [2]. Er war ordentlicher Professor der Columbia International University (CIU) für Biblische Theologie und Mission und von 1992 bis 1998 akademischer Dekan des Columbia Biblical Seminary (CBS) Studienzentrums, der heutigen European School of Culture and Theology in Korntal [3], einer führenden Ausbildungsstätte für evangelische Missionare im deutschsprachigen Europa, zu deren Aufbau er wesentlich beigetragen hat [4][5][6].

Ab 1975 war er Gastdozent für Ethik an der Evangelischen Bibelschule Aarau (Schweiz) und von 1978 bis 1990 Dozent an der Evangelischen Missionsschule Unterweissach (bei Stuttgart) und der Theologischen Fernschule BFU. 1977/1978 war er Vikar der Württembergischen Landeskirche in Unterreichenbach.

Egelkraut war Mitbegründer der Europäischen Evangelikalen Akkreditierungsvereinigung (EEAA) und war bis 1997 ihr Erster Vorsitzender. Er gehörte dem Gnadauer Theologischen Beirat und dem deutschen Zweig der Lausanner Bewegung an. Er war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW) und des Arbeitskreises für evangelikale Missiologie e.V. (AfeM), Schriftführer beim Arbeitskreis für evangelikale Theologie und war von 2003 bis 2006 ehrenamtlicher Vorsitzender des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes [7]. Er war als Referent bei Konferenzen [8][9][10] und für Lehraufträge in Ostasien, Lateinamerika, Osteuropa und den USA tätig.

Im Januar 2016 erhielt er für seine 2015 veröffentlichte 3-jährige Forschungsarbeit über die Geschichte der Liebenzeller Mission während der NS-Zeit den George-W.-Peters-Preis [11].

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