Wer nur den großen Gott läßt walten

1) Wer nur den großen Gott läßt walten
Und hoffet auf Ihn allezeit.
Den wird Er wunderbar erhalten
In aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

2) Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, daß wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

3) Drum halte nur ein wenig stille
Und warte, in dir selbst vergnügt,
wie unsers Gottes Gnadenwille
und Sein allweiser Rat es fügt!
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß am besten, was uns fehlt.

4) Er leitet uns mit Seinen Augen,
Er führet uns an Seiner Hand,
bewahrt vor Dingen, die nichts taugen,
vor Sünde, Eitelkeit und Tand,
und will bei Sturm und Sonnenschein
der beste Schirm und Schatten sein.

5) Bleib bei uns, Herr, will´s Abend werden,
gib Mut durch Deine Gegenwart,
sei unser Leitstern hier auf Erden
bis zu der selgen Himmelfahrt!
So heißt´s bis in die ob´re Stadt:
Wohl dem, der Dich zum Führer hat!

Liedtext und Melodie: 1657, Georg Neumark (1621-1681)