Wachet auf! ruft uns die Stimme (EG 147, Nicolai)

Liedvortrag: Pastor Detlef Korsen

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Liedtext und Melodie: Philipp Nicolai, 1599

1) “Wachet auf!” ruft uns die Stimme
der Wächter sehr hoch auf der Zinne;
“Wach’ auf, du Stadt Jerusalem!
Mitternacht heißt diese Stunde.”
Sie rufen uns mit hellem Munde:
Wo seid ihr klugen Jungfrauen?
Wohlauf, der Bräut’gam kömmt,
steht auf, die Lampen nehmt!
Halleluja!
Macht euch bereit zu der Hochzeit,
Ihr müsset ihm entgegengehn!

2) Zion hört die Wächter singen,
das Herz tut ihr vor Freuden springen;
sie wachet und steht eilend auf.
Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,
von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig;
ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf.
Nun komm, du werte Kron’,
Herr Jesu, Gottes Sohn!
Hosianna!
Wir folgen all’ zum Freudensaal,
und halten mit das Abendmahl.

3) Gloria sei dir gesungen
mit Menschen- und mit Engelszungen,
mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Pforten
an deiner Stadt, wir sind Konsorten
der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug’ hat je gespürt,
kein Ohr hat mehr gehört
solche Freude.
Des sind wir froh, i-o, i-o
Ewig in dulci jubilo.

Der Text der 3. Strophe ist in den neueren Gesangbüchern verändert abgedruckt:

Gloria sei dir gesungen
mit Menschen- und mit Engelszungen,
mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Tore
an deiner Stadt, wir steh’n im Chore
der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug’ hat je gespürt,
kein Ohr hat mehr gehört
solche Freude.
Des jauchzen wir und singen dir
das Halleluja für und für.

Liedtext und Melodie: 1599, Philipp Nicolai (1556-1608)

“Wachet auf, ruft uns die Stimme” ist ein Kirchenlied von Philipp Nicolai aus dem Jahre 1599, veröffentlicht im Anhang seines Buches Freudenspiegel des ewigen Lebens. Die Melodie zitiert eine Wendung aus der seinerzeit bekannten Silberweise des Nürnberger Schuhmachers und Meistersängers Hans Sachs.

Das Lied bezieht sich auf das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matth. 25, 1–13 LUT) sowie die Prophezeiungen Jesajas (Jes. 52, 8 LUT) und wird insbesondere zum Ende des Kirchenjahres (Ewigkeitssonntag nach evangelischer Tradition) bzw. im Advent (nach katholischer Tradition) gesungen.

Die mystische Hochzeit des Messias mit Zion als personifiziertem Jerusalem und Bild der gläubigen Seele ist schon im nachexilischen Judentum und dann im Christentum die spirituelle Interpretation des Hohenlieds.

Verweise:

Liedeintrag bei Hymnary.org (externer Link)

Audiofile der Melodie (midi, externer Link zu Hymnary.org)

Audiofile der Melodie (midi, externer Link zu Wikimedia Commons, Liz. CCO 1.0)

Notensatz, 4stimmig, mit englischem Text (Übers.: Catherine Winkworth) als pdf (externer Link zu Hymnary.org)