Gottfried Arnold (1666-1714)

Gottfried Arnold wurde am 5. September 1666 in Annaberg (Erzgebirge) im damaligen Königreich Sachsen geboren. Er verlebte eine harte Jugendzeit, besuchte von 1682 bis 1685 das Gymnasium in Gera und studierte ab 1685 in Wittenberg Theologie, mit der Vorliebe Kirchengeschichte. Er legte am 14. Dezember 1687 in Wittenberg seine »Dissertatio de locutione Angelorum« vor. Er macht 1688 die Bekanntschaft mit Philipp Jacob Spener, der Oberhofprediger in Dresden und dort um kirchliche Reformen im pietistischen Sinn bemüht ist. Spener verschafft ihm Anstellungen als Hauslehrer in vornehmen Offiziershäusern. Arnold schließt sich nach einem Erweckungserlebnis im Herbst 1689 endgültig dem pietistischen Glauben an.

Arnolds Studien über das Urchristentum und seine Neigung zu mystischen und theosophischen Kreisen brachten ihn für längere Zeit in einen starken Gegensatz zur Theologie und Kirche seiner Zeit. Vor diesem Hintergrund entstand um 1699/1700 seine wirkungsgeschichtlich bedeutsamste Schrift »Unparteiische Kirchen- und Ketzer-Historie«. Auch seine Lieder atmen bei hoher dichterischer Begabung mystischen Geist, jedoch nun in abgeklärter Weise. Später nahm er doch ein kirchliches Amt an, und zwar wirkte er in Allstedt in Sachsen-Weimar, Werben  und Perleberg (beide in der Altmark). Er genoß dabei den Schutz des Königs Friedrich I. von Preussen.

Während einer Bestattungspredigt erlitt Gottfried Arnold am 21. Mai 1714 einen Schwächeanfall auf der Kanzel. Am 30. Mai 1714 starb der seit 1713 durch Skorbut stark geschwächte Arnold, wenige Tage nachdem Rekrutenwerber Friedrich Wilhelms I. seinen Pfingstgottesdienst am 20. Mai gestürmt und junge Männer beim Abendmahl vom Altar weggerissen hatten, um sie zum Kriegsdienst zu zwingen.

Biographie:

http://www.zeno.org/Literatur/M/Arnold,+Gottfried/Biographie

Lieder:

O Durchbrecher aller Bande

Richtet auf des Heilands Leiden