19. Februar

Der dich gemacht hat, ist dein Mann.
Jesaja 54, 5

Diese Stelle könnte auch so gegeben werden: der dich gemacht hat, hat dich, – du hast nicht bloß ihn, er hat auch dich, und wird dich nicht lassen, welches ja sehr tröstlich ist, weil daraus erhellet, daß die Seele den Herrn nicht nur mit ihren oft so schwachen Glaubensarmen, sondern der Herr auch sie mit den ewigen Armen seiner Liebe gefaßt hat und sie nicht fahren läßt. Eine solche zwiefache Schnur hält fest. Es bedarf ihrer aber auch. Dieser Name hat offenbar etwas sehr Ermunterndes für das arme Israel. Und diesen Trost haben alle wahre Christen. Es ist wahr, sie waren Knechte der Sünde. Es ist wahr, sie waren in der schrecklichsten Gewalt des Satans und der Obrigkeit der Finsternis. Es ist auch wahr, daß beide ihr ehemaliges Besitztum ungern dran geben, und noch manche Versuche machen, um sie wieder zu erobern, welches ihnen auch nicht selten zu gelingen scheint, und das wohl auf eine Furcht und Zagen erregende Weise.

Aber da ist’s ermutigend, zu hören: der dich gemacht hat, hat dich. Sagte die Braut: ich halte ihn und will ihn nicht lassen, wie viel mehr wird das der Bräutigam sagen und tun.

Wenn Sünd’ und Satans Macht
In Angst und Not mich treiben,
So denkt mein armes Herz
Alleine doch an dich;
Es gehe, wie es geh’,
Ich will der Deine bleiben.

Andacht aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten, Seite 51. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld, im November 1899 (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)

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