Römer 9, 12

Wir machen uns unsern Weg selber schwer. Wie viele werden da sein, die schon jahrelang ohne eine ganze Gewißheit der Gnade dahingehen? Lieber Mensch, besinne dich doch! Wie lange ist es schon, daß du in einem heimlichen Gerichte dich befindest, daß du nicht hindurchdringen und nicht Vergebung deiner Sünden erlangen kannst, daß du zu keiner Gewißheit kommst? Woher kommt diese Ungewißheit? Es möchte vielleicht die Ursache haben, daß du deine Lieblingssünde nicht aufgeben willst; es kann aber auch noch einen andern Grund haben, es kann auch von deinem Unglauben herkommen, daß du diese Gnade nicht umsonst annehmen, daß du sie immer verdienen willst. Besinne dich, du traust es vielleicht Gott nicht zu, daß er dir umsonst nach seiner Gnade deine Sünde ausstreichen und sie dir vergeben könne, du traust ihm nicht zu, daß er barmherzig sei; du sprichst etwa: Wenn ich nur dieses oder jenes hätte, wenn ich Liebe oder Demut oder Sanftmut hätte, dann wollte ich es glauben. Nein, nicht erst dann sollst du glauben, schon vorher sollst du glauben; du kannst die Gnade nicht verdienen durch eigene Gerechtigkeit!

Tue einmal den großen Sprung aus deiner eigenen Gerechtigkeit heraus und in die Gerechtigkeit Christi hinein! Es ist ein großer Sprung! Man meint, man falle hinunter in einen Abgrund; aber man fällt nicht hinunter, man fällt einem liebenden Vater ans Herz. Kommet, wir wollen es wagen und diesen großen Sprung machen! Kommet, wir wollen ausgehen von unserer Eigengerechtigkeit und hinüberspringen in die Gerechtigkeit Christi!

(Ludwig Hofacker)

Alle unsre Schuldigkeiten,
die Gott an uns fordern kann,
sind hinaus auf alle Zeiten,
schon auf einmal abgetan.

Einer hat sie übernommen,
alles steht in Richtigkeit,
und seitdem der Bürg’ gekommen,
ist es nimmer Zahlungszeit.