14. Januar

Einen andern Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
(1. Korinther 3, 11)

Der Fels, welcher Christum heißt, teilt der Seele, die darauf erbauet, deren früheres Gebäude zusammengerissen, die durch wahren Glauben, durch den Geist Jesu Christi mit ihm vereinigt ist, nicht nur Beharrlichkeit, sondern auch viel mehreres mit. Dies Fundament heißt Weisheit, weil es weise, und Gerechtigkeit, weil es gerecht, und Heiligung, weil es heilig macht, und Erlösung, weil es von allen Übeln befreit und alles Gute schenkt. Wie nun ein Gebäude sich mit seiner ganzen Wucht auf ein Fundament stützt, so die gläubige Seele mit allen ihrem Bedarf, mit ihrem ganzen Hoffen und Trauen auf Christum. Auf dich bin ich geworfen, an dich mit allem meinem Anliegen verwiesen, auf dich traue ich, und muss auf dich hoffen, auch wenn du mich töten wolltest.

Außer dir ist kein Heiland, ich weiß ja keinen. Und ach, wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Jesum gründet! Seid erbauet und gewurzelt in Ihm, sagt Paulus. Und mag etwas scheinen, wie schön es will – hat es seine Wurzel nicht in Christo, so hat’s keinen Bestand, keinen Erfolg – es heiße Wissenschaft, Tugend, Friede, Christentum, Erweckung und Bekehrung. Sehe derhalben ein jeglicher zu, wie er darauf bauet, und ob er in der Wirklichkeit und Wahrheit auf Christum gegründet sei! Ist das, so hat’s keine Gefahr, sondern alles wird durch des Herrn Hand glücklich fortgehen.

Ein Fels, der keinen Stürmen weichet,
Ein Fels, an dem die wilde Flut,
Und wär’s die ganze Macht der Höllen,
Entkräftet muss zurücke prellen,
Schleußt mich in seine Ritzen ein.
Mein Herz verbanne Furcht und Grauen;
Auf diesen Felsen kannst du trauen,
Hier wirst du ewig sicher sein.

(Liedvers: Leopold Franz Friedrich Lehr)

Aus: Tägliches Manna für Pilger durch die Wüste. Schatzkästlein aus Gottfried Daniel Krummachers Predigten. Neu herausgegeben von J. Haarbeck, Pastor in Elberfeld (Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins, Neukirchen, Kreis Mörs)