Der Fürst dieser Welt

Jetzt geht das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. (Joh. 12, 31)

Wir stehen hier vor dem Geheimnis jenes Feindes Gottes, dem die Bibel eine Fülle von Namen gibt. Sie nennt ihn den Teufel (griech. Diabolos), d.h. den Durcheinanderwerfer. Das gehört zu seinem Wesen, alles, was Gott plant und setzt, durcheinanderzubringen. Sie nennt ihn weiter „den Mörder von Anfang“ (Joh. 8, 44), der auf Zerstörung und Verderben aus ist. Er zettelt Revolutionen und Kriege an auf Erden und schürt den Haß unter den Völkern und den Menschen. Jesus nennt ihn auch einen Lügner und den „Vater der Lüge“ (Joh. 8, 44).  Er flüstert den Menschen immer wieder zu: Es gibt keinen Gott, keine Ewigkeit, kein Gericht! Oder auch, was er besonders heute betont – durch Stimmen aus dem Jenseits-: Die Ewigkeit sei ganz anders, als wie die Bibel sie uns zeigt; Jesus spiele da keine Rolle.

An anderer Stelle (Joh. 12, 31) wird er „der Fürst dieser Welt“ genannt, der Jesus in der Versuchung alle Reiche dieser Welt anbietet – und Jesus spricht ihm sein Anrecht nicht ab! Er ist weiter „der Oberste unter den Dämonen“ (Matth. 9, 34), der Drachen“ und „die alte Schlange“ (Offb. 20, 2), „der Gewalthaber des Todes“ (Hebr. 2, 14). Er ist kraft seiner ihm noch eigenen Intelligenz gewiß auch der Erfinder scharfsinniger Argumente gegen Gott, wohl auch der Vater vieler Entdeckungen der Endzeit. Daß er „den dritten Teil der Sterne des Himmels“ hinwegfegt und „auf die Erde“ wirft, soll uns sagen, daß es ihm gelungen ist, bei seinem Aufstand gegen Gott eine große Schar himmlischer Geister zu verführen und sie als Dämonen auf die Erde zu werfen, damit sie da sein böses Werk unterstützen können.

Es ist also die Lehre der Bibel, daß wir es  bei diesem Widersacher (Satanas = ) Gottes mit einem hohen gefallenen Geist zu tun haben. Wie der Mensch, so haben offenbar auch die himmlischen Geister die Freiheit gehabt, sich zu entscheiden. Gott will in seinem Reich nun einmal keine willenlosen Sklaven haben, sondern Untertanen, die ihn mit rreiem Willen und von ganzem Herzen ehren und lieben. Es hat in der ewigen Welt demnach einmal eine Rebellion stattgefunden, die ein hoher Fürst, vielleicht der höchste am  Throne Gottes, angezettelt und die zum Abfall großer Engelscharen von Gott geführt hat.

Mehr können wir nicht sagen. Aber dies eine hält uns Gottes Wort deutlich genug vor Augen: Es ist ein großer Widersacher Gottes da, mit dem sich Gott als der Heilige und Gerechte auseinandersetzen muß und mit dem es auch sein Volk ständig zu tun hat in seinen Erdentagen. Sein Volk wird das in der Endzeit noch ganz besonders schwer zu spüren bekommen, wie uns das schon im 9. Kapitel [der Offenbarung] gezeigt wurde.

(nach Fritz Steinwender)

Schriftstellen:

Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. (Joh. 8, 44).

Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel; (Hebr. 2, 14)

Und ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und band ihn tausend Jahre. (Offb. 20,2)

Erstellt am 11. Januar 2022