Paul Schneider (1897-1939)

Paul Schneider wurde in Pferdsfeld, einem alten Pfarrdorf, am 29. August 1897 als zweiter von drei Söhnen des Pfarrers Gustav Adolf Schneider geboren. Genau einen Monat später, am 29 September, wurde er in der Dorfkirche getauft. Seine Mutter hieß Elisabeth Schnorr; die Eltern hatten im Jahr 1888 geheiratet.

Sein Vater stammte aus Elberfeld, er war ein reformierter Pfarrer der Evangelischen Landeskirche der älteren Provinzen Preußens. Seine Familie gehörte zur reformierten Gemeinde, deren Hirte seinerzeit der bekannte Pastor Friedrich Wilhelm Krummacher (1796-1868) war, welcher ihn auch konfirmierte.

Die ersten 13 Jahre seines Lebens verbrachte Paul Schneider in der ländlichen Idylle des Hunsrück, bis sich sein Vater gezwungen sah, wegen zunehmender Arthritis seiner Frau an einen anderen Ort mit vermeintlich trockenerem Klima umzuziehen. Zu Ostern 1910 trat der Vater die Pfarrstelle der pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinden Hochelheim (zu Hüttenberg) und Dornholzhausen (Großgemeinde Langgöns) an, einer ebenfalls ländlichen Gegend bei Wetzlar in Mittelhessen. Dennoch verschlechterte sich der Gesundheitszustand seiner Mutter zunehmend. Schneider wechselte vom Gymnasium in Bad Kreuznach nach Gießen. Kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 8. September 1914, starb seine Mutter. Am 29. Juni 1915 bestand er das Notabitur.

Quellen:

Seite „Paul Schneider (Pfarrer)“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Juli 2021, 20:40 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Paul_Schneider_(Pfarrer)&oldid=213885477 (Abgerufen: 28. Juli 2021, 20:30 UTC)
Rudolf Wentorf: Paul Schneider – Der Zeuge von Buchenwald. Aus der Sammlung Zeugen des gegenwärtigen Gottes, Band 174/175. Brunnen-Verlag, Giessen und Basel, 1967 [Digitalisat, pdf von sermon-online.de]

Paul Schneiders Charakterisierung aus diesem Buch:

PAUL SCHNEIDER (1897-1939) wird im Gedächtnis der Gemeinde Jesu Christi weiterleben als einer, der in Zeiten der Tyrannei und des Gewissens­zwangs sich mutig zu seinem Herrn Jesus Christus und zum unverfälschten Evangelium bekannt und dafür schließlich sein Leben gelassen hat. Es dürfte in unserer Zeit, in der der Kampf um das reine Be­kenntnis wieder mit besonderer Schärfe entbrannt ist, gut und heilsam sein, sich an dem Leben und Leiden Paul Schneiders neu zu orientieren. In dem vorliegenden Büchlein geht es nicht nur um seinen äußeren Lebensablauf, sondern vor allem auch um
sein Hineinreifen in die Glaubensfestigkeit, in das Martyrium. Paul Schneider war kein Eiferer; auch verbot es ihm sein sehr fein reagierendes Gewissen, durch irgendwelche Winkelzüge das eine zu lassen, um das andere zu tun. Sein ungeheurer Ernst im Um­gang mit der ihm anvertrauten Botschaft läßt etwas von dem „Geist der ersten Zeugen“ deutlich wer­den. Das Lebensbild stützt sich auf Briefe Paul Schneiders an seine Frau und Freunde, sowie bisher noch nicht veröffentlichtes Aktenmaterial und Aus­sagen von Leidenskameraden aus dem Konzentra­tionslager Buchenwald, wo der standhafte Bekenner zum Blutzeugen seines Glaubens wurde.

Eingestellt am 28. Juli 2021 – Letzte Überarbeitung am 16. Oktober 2021